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Vor- und Nachteile von HD Plus

Neulich hatte ich per E-Mail eine ausgiebige Diskussion über die Vor und Nachteile von über das Programmpaket HD Plus. Die Fakten dazu möchte ich hier noch einmal kurz aufarbeiten. Bevor ich damit beginne möchte ich aber kurz erläutern was HD+ genau ist.

Was ist HD Plus

HD+ ermöglicht es dem Fernsehzuschauer generell die Privatsender gegen eine Endgebühr von 60 Euro im Jahr zu empfangen und zu sehen. Wenn ich von Privatsendern schreibe, dann meine ich Pro7, Sat1, Kabel1 und co. HD+ wird von der Firma HD Plus GmbH, einer Tochterfirma des Satellitenbetreibers SES angeboten, die unteranderem den Fernsehsatelliten Astra betreibt. Um das Programmangebot von 20 Sendern (Stand April 2014) in hochauflösenden Bilder sehen zu dürfen, müssen diese über eine Digitale Rechteverwaltung entschlüsselt werden. Das heißt, wer über entsprechende Abokarten verfügt, kann die privaten Sender in einem Hochauflösenden Format von 1920 × 1080 Pixel sehen. Man Beachte, das Programmpaket von HD Plus umfasst nur die privaten Sender. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind davon nicht abgedeckt, die gibt es zu den Tarifen der GEZ-Zwangsabgabe unverschlüsselt frei Haus.

Was bringt HD Plus?

Mittels HD Plus empfängt man auf digitalem Wege über den Satelliten Astra ca 20 Privatsender in hochaufgelöstem Stream. Das heißt Sendungen der privaten werden mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln (FullHD) übertragen. Ältere Sendungen werden zumeist auf diese Auflösung hochskaliert und erreichen damit nicht die optische Qualität von neuen FullHD-Produktionen.

Gibt es auch Einschränkungen bei HD+?

Für die bessere Bildqualität in FullHD muß im Jahr 60 Euro bezahlt werden, monatlich also 5 Euro, wenn man denn ein Abo bestellt hat. Generell sind die Programme des HD Plus Paketes verschlüsselt, ohne Abokarte im Reciever sind die nicht zu sehen. Weiterhin sind bei Aufnahmen aus diesem Programmpaket keine speziellen Aktionen erlaubt. Das Vorspulen ist durch die Verschlüsselung zumeist (bis auf wenige Ausnahmen) gesperrt, Werbung kann man sehr eingeschränkt bis gar nicht (je nach Sender) überspringen. Will man eine solche Aufnahme am Computer weiterbearbeiten, wird man auch hier von Verschlüsselung daran gehindert und muß den Computer mit entsprechender Hardware – einem CI+ (Common Interface) Schacht – ausrüsten. Dieser liegt den meisten DVB-S Karten für den Rechner schon bei.

Ist das HD Plus Paket zwingend notwendig um die privaten Sender zu sehen?

Nein, definitiv nicht. Die privaten Sender werden auch in der alten PAL-Auflösung 768×576 Pixel (im Vergleich HD bringt 1280×720 Pixel bei ARD, ZDF usw und Full HD 1920×1080 Pixel) weiterhin gesendet. Hier kann man durchaus aufnehmen und uninteressante Stellen in der aufgenommenen Sendung überspringen. Die frei empfangbaren Privatsender in der geringeren Auflösung sind unverschlüsselt, Aufnahmen lassen sich daher auch am Rechner weiterbearbeiten und schneiden oder eben Werbung durch Spulen überspringen.

Links

Mehr Infos zu HD+ findet man unter den folgenden Links:

  1. HD Plus Homepage
  2. HD Plus auf der Wikipedia

Andere Beiträge zu HD Plus

  1. Teureres und weniger restriktives (HD)Fernsehen
  2. HDPlus – Neues Guthaben für ein weiteres Jahr>

5 Kommentare to “Vor- und Nachteile von HD Plus”

  • Spooky:

    Ich hätte HD+ vielleicht etwas anders beschrieben. Erstmal ist es ein Dienst, der nur für Fernsehzuschauer in Frage kommt, die über Satellitenschüssel Astra 19,2° Ost empfangen. HD+ ermöglicht das sehen der wohl wichtigsten deutschen Privatsender in HD. Dafür muss man 60€ pro Jahr prepaid oder 5€ im monatlichen Abo bezahlen. Dabei ist erwähnenswert, dass über Satellit alle in HD+ verfügbaren Sender auch kostenfrei in SD-Auflösung zu sehen sind. Man bezahlt also als Satelliten-TV-Seher nicht den Empfang des Senders an sich, sondern lediglich das Update der Qualität.
    Enthaltene Sender sind die der ProSiebenSat1-Gruppe (Pro7, Sat.1, Kabel 1, sixx, Pro7 Maxx), der RTL-Gruppe (RTL, RTL II, Super RTL, RTL Nitro, Vox, n-tv) und einige andere Privatsender (Sport1, Disney Channel, DMAX, Tele5, N24, usw.). Praktisch werden die HD-Versionen der HD+ Sender somit zu Pay-TV, obwohl sie eigentlich werbefinanziert sind. Da mittlerweile fast alle deutschen Privatsender über HD+ verfügbar sind, ist ein weiterer Ausbau des Senderportfolios nur begrenzt möglich.

    Hinzu kommt, dass man Geld mit speziell für HD+ zertifizierten Receivern machen will. Diese Receiver können mittels HD+ Smartcard das Signal der Sender entschlüsseln, was mit anderen Receivern oder Kartensteckplätzen in TV-Geräten nicht möglich ist. Dabei beinhalten die HD+ Receiver absichtlich fest eingebaute Beschränkungen. So kann nie mehr als ein Sender gleichzeitig entschlüsselt werden. Das Gleichzeitige Aufnehmen des einen, und anschauen eines anderen Senders ist also nicht möglich. Die Aufnahmen sind dabei immer an den Receiver gebunden und können nicht auf den PC o.ä. übertragen werden. Hinzu kommt, dass HD+ theoretisch Aufnahmen bei einzelnen Sendungen unterbinden kann, oder das Abspielen von Aufnahmen zeitlich begrenzen kann. Ausserdem gibt es noch eine Vorspulsperre, die bei einigen (z.B. den RTL-Sendern), aber nicht bei allen (z.B. den P7S1-Sendern) umgesetzt wird. Damit kann verhindert werden, dass Aufnahmen vorgespult werden können. Man möchte so verhindern, dass der Zuschauer die Werbung überspringen kann. Da der Receiver aber nicht zwischen Programm und Werbung unterscheiden kann, kann bei den betroffenen Sendern gar nicht vorspulen.
    Es gibt allerdings auch Nicht-zertifizierte Receiver (beispielsweise mit enigma2-Betriebssystem), die HD+ entschlüsseln können und keine der genannten Einschränkungen haben.

    Die Privatsender wollen mit HD+ also zwei Ziele erreichen: Eine zusätzliche Einnahmequelle generieren und die Freiheiten des Zuschauers generell einschränken, um die ausgestrahlte Werbung an den mann zu bringen, was letztendlich auch wieder Einnahmen bringen soll.
    Ähnlich wie im „echten“ Pay-TV bei sky, wird HD-Fernsehen bei den Privaten somit als Premium-Produkt angeboten, das extra bezahlt werden soll. Die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten hingegen haben mittlerweile (bis auf wenige Ausnahmen) ebenfalls über Astra 19,2° Ost ihr komplettes Senderportfolio (Das Erste, ZDF, die Dritten, usw.) auf HD umgestellt. Ohne zusätzliche Kosten und frei empfangbar.

    Kabelkunden sind von HD+ übrigens nicht betroffen, sie bekommen die HD-Sender über ihren Kabel-Provider (meist ebenfalls gegen Gebühr).

    • Hallo Spooky,

      schön dich hier Begrüßen zu dürfen und danke für den laaangen Kommentar.

      Das meiste, was du hier geschrieben hast, hab ich bereits in diesem Artikel und älteren untergebracht. CI+ zertifizierte Reciever gibt es bereits zu Hauf in jedem Fachhandel, sogar Fernseher mit integriertem Tuner sind dazu schon in der Lage, diese für HD+ zunutzen. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es keine Reciever und Fernseher für DVB-S mehr ohne diese Zertifikation gibt.

      Die Privaten Sender nutzen eben diese Restriktionen, um zusätzlich zu den 60 Euro dem Fernsehzuschauer noch alle paar Minuten Werbung unterzujubeln.

      Was die öffentlich-rechtlichen Sender angeht, so sind die nicht wirklich kostenlos, sondern GEZ-Finanziert. Dafür zahlt der Fernsehzuschauer pro Monat und Wohnung knapp 18 Euro, was knapp 216 Euro im Jahr sind, für eine Wohnung, auch wenn kein TV-Gerät in der Wohnung steht.

      Was Kabel oder DVB-T angeht, so denke ich, daß es aus dem Artikel hervorgeht, daß nur DVB-S bzw Satelittenempfang gemeint ist. Für Kabelkunden gibt es allerdings ähnliche Premiumangebote, was durchaus in meiner Verwandtschaft genutzt wird.

      Ach Spooky, man merkt, daß du Jahrelang ein Wiki administriert hat, da steckt dir das Diskutieren über die Schreibweise und den Informationsgehalt der Artikel noch im Blut :-D

  • Spooky:

    Jaaaa… sollte auch gar nicht kritisch sein, mein Kommentar, sondern einfach noch eine alternative Darstellung. Die GEZ-Gebühr kenne ich natürlich auch. ;) Allerdings gab es diese ja auch schon zu reinen SD-Zeiten und die HD-Sender kosten nichts zusätzlich.

    Habe aber auch gesehen, dass du vieles davon bereits in älteren Artikeln geschrieben hast!

  • Hallo Ihr Lieben,

    Wer zahlt denn 50-60,-Euro/anno für werbeverseuchtes Anschreifernsehen???

    Ich hoffe der Gesetzgeber verhindert, dass unsere Gebuehren (DVB-T2)
    nicht dazu genutzt werden private Abzockkanaele zu finanzieren.
    Und dass keine allgemein interessanten Beiträge,
    Formel, Fussball….im „pay per view“ verschwinden!

    • Hallo Pauls :bye:,

      die 60 Euronen für Private Sender in HD sind eine freiwillige Zahlung für die man HD (via Abokarte) bekommt. Wer das nicht will kann sich die Sender in der Standardausführung anschauen – oder auch nicht.

      Der Artikel selbst ist nur da um zu informieren, was geht und was nicht geht.

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