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Servicepannen mit der Telekom – VoIP Störungen betreffen auch das Kundencenter

Cirka jeden Monat ruft die Telekom bei mir an um mir eines ihrer neuen Produkte zu verkaufen. Ich selbst besitze noch einen etwas älteren analogen Anschluß. Das heißt kurzum: Einen Telefonanschluß, darauf ein Splitter, der das Telefon von der Internetleitung trennt und dahinter ein DSL Modem und ein Telefon. Für knapp 35 Euro beziehe ich da eine assynchrone 16 MBit/s Leitung für das Internet. Nun wird auch das Kundencenter von solcherlei Pannen geplagt wie das digitale Telefonnetz der T-Kom – gerade die Vertreter, die das neue VoIP verkaufen sollen.

Gerade rief mich eine recht junge Telekommitarbeiterin an, die ihren Text sehr schön auswendig gelernt hatte und mir meine Daten zum Anschluß aufzählte. Nun ging es ihr darum, einen dieser neuen Voice over IP Anschlüsse schmackhaft zu machen. Prompt reagierte ich mit der Aussage „War das nicht die Technik, die der Telekom in den letzten Wochen soviel ungeklärte Schwierigkeiten gemacht hatte?“

Und scheinbar tut das diese Technik auch heute noch, sogar mit indirektem Sprachbefehl per Nachfrage. Denn nach meiner Frage brach die Verbindung spontan ab und das Amt meltete sich wieder mit einem Tuttuttut. Das bestärkt mich wieder, bei meiner bisherigen Technik zu bleiben. Never change a running System.

Was ist bei der Telekom genau passiert?

Alle, die nichts von diesen Störungen bei der Telekom wissen, möchte ich hier kurz aufklären.

In der Tat war es Anfang September so, daß die Telekom Bundesweit Störungen in ihrem VoIP-Netz hatte. Kunden, die einen solchen Zugang nutzen, gaben bei der Telekom und in verschiedenen Foren an, daß sie oft mehrere Stunden täglich, nicht erreichbar sind, weil deren Zugang zum Telefonnetz gestört ist. Die Telekom wolle sich um die Störungen kümmern, gaben dann nach einer geraumen Zeit an, daß diese auch behoben sind. Aber betroffene Kunden widersprachen in Foren, bei Facebook und Twitter diesen Meldungen der PR-Leute der Telekom.

Betroffen wäre das ganze Bundesgebiet und laut Pressesprecher der Telekom ist dies eine Kommunikationsstörung zwischen Netzelementen. Nun hat man im Schichtbetrieb daran gearbeitet, das Problem zu finden. Nachrichten darüber, ob das Problem gefunden ist, habe ich allerdings noch nicht gelesen.

Links

Anhaltende Störungen bei der VoIP Telefonie der Telekom

Sicherheitsnotiz – Trügerische Mail made in Germany

Mail made in Germany

Mail made in Germany

Zum heutigen Tag soll die Initiative Mail made in Germany der Mail-Provider abgeschlossen sein. Alle Nutzer der deutschen Mail-Dienste Web.de, GMX, Telekom und Freenet versendenihre E-Mails über verschlüsselte Transportwege. Kurzum bedeutet das in der Theorie für die Nutzer folgendes: Die Verbindung zwischen den Computer des Nutzers und einem der oben genannten Provider ist via TLS/SSL verschlüsselt. Weiterhin verschlüsseln die genannten Dienste die Transportwegen zwischen ihren Servern auch via TLS/SSL. Ob andere Mailanbieter eine Verschlüsselung des Transportweges auch annehmen, ist ersteinmal etwas Fragwürdig.

Was bedeutet das für den Kunden? Eine versendete E-Mail kann jetzt nur noch direkt am Server der Provider oder am Computer des Kunden abgefangen und gegebenenfals verändert werden. Die Wege zwischen den einzelnen Stationen sind gesichert. Aber das ganze ist immer noch eine trügerische Sicherheit. Auf den Computern von Sender und Empfänger, aber auch auf den Servern der Mail-Providern (also in den Postämtern) liegen die Mails unverschlüsselt. Bei einem Datenabriff durch kriminelle Elemente oder Geheimdienste sind diese E-Mails immer noch lesbar. Um dem abhilfe zu schaffen, sollten Sender und Empfänger die Mail an ihren Rechnern direkt ver- und Entschlüsseln. Weiterhin können Angreifer die Sende- und Empfängerserver durch Fluten des DNS Caches mit falschen Antworten über eigen Server umleiten. Der Sender hält wegen der falschen DNS-Antwort den Server des Angreifers für das Ziel und gibt ihm Mails preis, die nicht für ihn bestimmt sind.

E-Mail Made in Germany – SSL-Zwang startet in Kürze

Ab 31. März 2014, also in gut einer Woche, startet die Initiative E-Mail Made in Germany der deutschen Internetprovider GMX, Freenet, Web.de und Telekom. Das geht einher mit dem Zwang zur SSL verschlüsselten Verbindung zu den IMAP, POP3 und SMTP Konten. Konkret heißt das, daß die Verbindung zwischen eigenem Computer, oder auch Smartphone und Tablet und dem Server des jeweiligen Mailproviders prinzipiell verschlüsselt ist. Somit hat es ein Angreifer schwerer, auf dem Weg zwischen den einzelnen Vermittlungsstellen (Computer des Senders, Sendeserver – Empfängerserver, Empfängercomputer) Mails mitzuschneiden. Allerdings ersetzt das keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung via PGP oder S/MIME. Durch die Transportverschlüsselung werden nur die Wege zwischen den einzelnen Stellen verschlüsselt, allerdings nicht die E-Mail an sich selbst.

Wer sich nun ab dem 31. März 2014 via Mailclient vom Computer (beispielsweise Thunderbird oder Outlook) oder App vom Smartphon bzw vom Tablet ohne SSL-Verbindung einloggen möchte, bekommt nur noch eine oftmals recht kryptische Fehlermeldung. Die Nutzer der Weboberflächen der Provider betrifft die Änderung nicht direkt. Dort wird gleich auf SSL gesetzt. Daher sollte in den genannten Mailclients die entsprechenden Einstellungen vorgenommen werden. Was genau geändert werden muß, steht weiter unten in der Tabelle. Die notwendigen Einstellungen lassen sich mit wenigen Mausklicks am Computer und Wischgesten am Smartphone einstellen. Einen Mehrwert bringt derZwang zu SSL Verbidungen gerade an öffentlichen W-LAN Hostspots. Dort ergibt sich durch die aktive Transportverschlüsselung von Mails und Passwörtern ein Vorteil.

ProviderIMAPPOP3SMTP
Freenetmx.freenet.de:143 (STARTTLS)mx.freenet.de:110 (STARTTLS)mx.freenet.de:587 (STARTTLS)
GMXimap.gmx.net:993 (SSL)pop.gmx.net:995 (SSL)mail.gmx.net:587 (STARTTLS)
mail.gmx.net:465 (SSL)
Telekomimap.t-online.de:993 (SSL)
imapmail.t-online.de:993 (SSL)
secureimap.t-online.de: 993 (SSL) (2)
popmail.t-online.de:995 (SSL)
securepop.t-online.de: 995 (SSL) (2)
smtpmai.t-online.de: 446 (SSL)
securesmtp.t-online.de: 465 (SSL)
Web.deimap.web.de:993 (SSL) (1)pop3.web.de:995 (SSL)smtp.web.de:587 (STARTTLS)
(1) Nur für Web.de Clubmitglieder verfügbar, sonst POP3
(2) Keine Umstellung erforderlich, da SSL bereits aktiviert

Die vier genannten Mailprovider, Telekom, GMX, WEB.de und Freenet haben ausführliche Hilfetexte, mit Bildern und Screenshots zu gängigen Mailclients und Smartphone/Tablet Apps auf ihren Hilfeseiten zusammengestellt. Links zu diesen Hilfeseiten finden Sie wieder ganz unten unter den Links zum Artikel.

Links

  1. Hilfeseite Freenet
  2. Hilfeseite GMX
  3. Hilfeseite Telekom
  4. Hilfeseite Web.de

Weitere Artikel zum Thema

  1. Sicherheitsnotiz – Telekom und der verschlüsselte Mailtransport
  2. Mail Made in Germany – Mailprovider in Deutschland werben um Vertrauen

Sicherheitsnotiz – Telekom und der verschlüsselte Mailtransport

Nach United Internet (GMX und Web.de) zieht die Telekom mit der Verschlüsselung der Transportwege für Mails nach. Nun sollen die Mails auf dem Transport vom Kunden zum Telekom eigenen Mailserver und zwischen den Mailservern der Telekom und anderen Mail-Providern künftig per SSL verschlüsselt werden. Bis zum 31. März will die Telekom ihre Mailserver entsprechend umgestellt haben.

Nutzer, die ihre Mails über das Webfrontend der Telekom verschicken und empfangen, werden den Wechsel nicht zu spüren bekommen. All Jene, die einen Mailclient (beispielsweise MS Outlook oder Thunderbird) nutzen, müssen ihr Programm mit wenigen Schritten auf das neue Verfahren einrichten. Wie das geht, beschreibt die Telekom auf dem unten genannten Link. Ein tutorial für sämtliche Mailclients zu erstellen, würde hier den Rahmen sprengen. Die Telekom hat diese Arbeit schon recht gut und bebildert erledigt.

Aber Achtung: Die Verschlüsselung der Transportwegen zwischen den Mailserver und dem Kunden ist keine End-to-End Verschlüsselung. Die Mails liegen noch unverschlüsselt im Klartext auf den jeweiligen Mailservern. Die Verschlüsselung der Transportwege bringt nur den Vorteil, daß die Nachrichten auf dem Weg von einem zum anderen Empfänger nicht abgefangen und verändert werden können. Bricht jemand direkt auf Mailserver mit unverschlüsselten Mails ein, so kann er auf diesem Weg an den begerten Inhalt kommen.

Bei vielen anderen Mail-Providern ist eine Verschlüsselung der Transportwege via SSL Standard. Telekom und United Internet betreiben die Kampange Mail made in Germany seit bekannt werden der Lauschangriffe der NSA. Mit dieser Methode möchte man unerfahrene Nutzer in relativer (Un)Sicherheit wiegen.

Wer seine Mails wirklich komplett verschlüsseln will, sollte daher auf einen Mailclient setzen und auf seinem Rechner mit Verschlüsselungsprogrammen wie Pretty Good Privacy bestücken, die jeweils einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel erzeugen. Wie das genaue Verfahren dazu abläuft, habe ich bereits im Artikel Privates verschlüsselt – Sicher Chatten mit Pidgin angerissen.

Wie man genau seine Mails sichert, beschreibt der Heise Zeitschriftenverlag in einem Sonderheft der c’t.

Links:

  1. Telekom SSL Verschlüssleung für den Mailclient
  2. c’t wissen Sichere E-Mail

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Was erwartet den Telekomkunden nach dem Urteil?

Was plant die Telekom?

Die Telekom möchte bei Neuverträgen eine Klausel zur Bandbreitenbegrenzung einbauen. Mit dieser Begrenzung möchte sie im Endeffekt ihre Kunden (vorerst Neukunden und später auch Bestandskunden) stärker zur Kasse bitten. Die Kunden sollen sich mit Extrakosten von der Bremse freikaufen. Mit diesen Mehreinnahmen will die Telekom ihr Netzinfrastruktur ausbauen. Kritisiert wurde, daß die Telekom eigene Inhalte von der Drosselung ausnimmt, beispielsweise Entertainment, während alles andere langsamer wird.

Wird die Drosselung nun ganz abgeschafft?

Nein, die Bremse bleibt bestehen. Die Telekom muß ihre Tarife neu deklarieren. Bei dem Begriff Flatrate geht man als Kunde und Nutzer aus, daß man immer die gleiche Leistung für eine Pauschale oder einen Festpreis bekommt. Das Gericht in Köln mornierte eben die Klauseln, die die Telekom in Neuverträge hineinschreibt, ohne daß auf den ersten Blick klar wird, um was es geht. Betroffen sind die Call & Surf Verträge. In früheren Beiträgen habe ich die die Datenlimits schon aufgeführt.

Was werden weitere Instanzen bringen?

Anwälte und Experten sind sich ziemlich einig, daß die Telekom keine Chance hat die Klauseln weiterhin in Verträgen nutzen darf.

Was erwartet die Kunden der Telekom?

Fals das Urteil rechtswirksam wird und die Telekom in weiteren Instanzen verliert, darf sie ihre Drosselpläne weiterhin umsetzen. Aber es wird etwas schwieriger diese Pläne in die Tat umzusetzen.

Was wird passieren?

  1. Angebotene Tarife dürfen nicht mehr Flatrate heißen. Flatrate impliziert für den Kunden ein Pauschalpreis für eine vereinbarte Leistung. Alternativen währen wie im Mobilfunk Flat500 für den Namen der Tarife und in den Fußnoten müßten dann sämtliche Einschränkungen zu dem Tarif aufgeführt sein
  2. Bestandskunden können nun gekündigt werden und neue Angebote für die neuen Verträge vorgelegt werden. Es besteht aber die Möglichkeit für die Kunden gleich den Anbieter zu wechseln.
  3. Für Bestandskunden könnte es teurer werden. Es ist zu erwarten, daß die Telekom versucht Bestandskunden in neue Verträge zu locken. Dazu währen aber Rabatte und Vergünstigungen für beispielsweise ein Jahr notwendig. Aber in diesen Verträgen steckt dann immer noch die Drossel mit drinnen und man muß beim Überschreiten des Freivolumens draufzahlen.
  4. Es kann natürlich auch passieren, daß es für Vielnutzer weiterhin ungedrosselte Flatrates geben wird, aber diese werden dann preislich um einiges teurer als die bisherigen Angebote und Offerten der Telekom

Links zum Thema

… und die Drossel schlägt zurück

Heute stand vor dem Landgericht Köln der Streit Verbraucherzebntrale Nordrhein-Westfahlen gegen die Tele(Drossel)kom an. Verhandelt wurde über eine Klausel, die von der Telekom in jeden Neuvertrag geschrieben wurde. Es soll ab einem bestimmten Datenlimit auf eine bestimmte Downloadgeschwindigkeit gedrosselt werden. Die genauen Limits habe ich hier noch einmal zusammengestellt.

TarifDatenvolumen
Call & Surf mit DSL 75 GB
Entertain mit 16 MBit/s 75 GB
Call & Surf mit VDSL 200 GB
Entertain mit VDSL 200 GB
Call & Surf mit Fiber 100 300 GB
Entertain mit Fiber 100 300 GB
Call & Surf mit Fiber 200 400 GB
Entertain mit Fiber 200 400 GB

Das Landgericht Köln sieht in dieser Klausel ein unangemessene Benachteiligung der Kunden und konnte die Argumentation mit den Power-Usern nicht nachvollziehen. Die Telekom argumentierte ja schon im Frühjahr, daß 3 Prozent der User über ein Drittel des gesamten Traffics in den Netzen der Telekom verursachen. Weiterhin argumentierte die Drosselkom, daß durch diese Power-User auch die normalen übermäßig Kunden belastet werden. Das Landgericht Köln sah dieses Argument aber anders. Dazu waren die Richter dr Meinung, daß eine Bandbreitendrosselung auf 2 Megabit pro Sekunde in Zeiten steigender Datenmengen und gestreamten Fernsehen ein sehr breites Publikum und nicht nur die sogenannten Power-User. Obendrein verbinde der Kunde mit dem Begriff Flatrate zum pauschalen Festpreis ohne Einschränkungen. Da mornierten die Richter das gestörte Verhältnis von Leistung und Gegenleistung. Gerade bei schnellen VDSL und Glasfaseranschlüssen erhielten die Kunden nur noch weniger als ein Zehntel der vertraglich zugesicherten Leistung. Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW betonte:

Kunden sollten über die gesamte Laufzeit die Sicherheit haben, dass das versprochene Surftempo nicht reduziert wird.

Weiterhin erklärte Müller, daß die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen den Fall bis in höchstrichterliche Instanzen verfolgen würden, wenn die Telekom das Urteil nicht aktzeptiere.

Vertreter der Telekom können das Kölner Urteil nicht nachvollziehen und werden, wenn das Urteil samt Begründung vorliegt weitere Rechtsmittel einlegen.

Mittlerweile liegt bei der Verbraucherzentrale die Urteilsbegründung. Insgesamt habe sich der Streit um den Begriff Flatrate gedreht. Im Mobilfunkt, wurde seitens der Telekom argumentiert, sind Drosselungen nach einem gewissen Datenvolumen ein gern eingesetztes und weit verbreitetes Mittel. Doch die Richter argumentierten in der vorliegenden Begründung da anders:

Ein typischer Durchschnittskunde erwartet, dass die Nutzung seines häuslichen Internet-Zugangs in Abhängigkeit von Qualität und Aktualität der eingesetzten Hardware einwandfrei funktioniert

Das heißt, im Festnetzbereich rechnet der Kunde nicht mit versteckten Kosten. Auch wenn die Drosselung durch Buchung von mehr Traffic umgangen werden kann, sind das unzumutbare Kosten für die Kunden und eine unlautere Preiserhöhung.

Fazit

Bleibt zu hoffen, daß die Telekom in den nächsten Instanzen weitere Schlappen hinnehmen muß und die Richter der höheren Gerichte das genauso sehen wie die am Landgericht Köln. Momentan kann die Telekom gegen das vorliegende Urteil Berufung einlegen. Bis aber ein endgültiges Urteil gefällt wird, bleibt die Klausel der Bandbreitendrosselung nach den oben genannten Limits vorerst bestehen.

Dieses Urteil und die Begründung habe ich mit einem gewissen Schmunzeln gelesen und ich bin optimistisch, daß die nächsten Richter diesen Sachverhalt genauso sehen, bedeutet doch eine Bandbreitendrossel doch recht große Einschnitte in einen normalen Haushalt.

Links

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  13. Die Drosselung geht weiter

Die Drosselung geht weiter

Wie der Focus berichtet will nun auch die Telekom-Tochter Congstar DSL Anschlüsse drosseln.

„Wir planen die Einführung einer Datenobergrenze für Festnetzkunden.“

so ein Firmensprecher gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Focus. Zudem erfuhr der Focus aus Unternehmenskreisen, daß Congstar die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bis spätestens 2014 ändern möchte. Nach Ankündigung der Pläne der Deutschen Telekom erklärte Congstar etwas protzig, daß keine Drosselung eingeführt wird.

Ab dem Jahre 2016 will die Telekom Vielnutzer entweder ausbremsen oder mehr zur Kasse bitten. Die Abschaffung der echten Flatrates sei nötig, weil 3 Prozent aller User mehr als 30 Prozent des gesamten Datendurchsatzes produzieren würde. Im Juni gab die Telekom bekannt, daß bei Erreichen einer bestimmten Obergrenze auf 2 Mbit/s statt auf 384 kbit/s gedrosselt wird. Weiterhin will die Telekom bestimmte Dienste wie IPTV bevorzugt behandeln.

Quellen

  1. Congstar bei Twitter
  2. Focus – Auch Congstar will Datengeschwindigkeit reduzieren

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  12. Kurz gemeldet – Klage gegen die Telekom

Kurz gemeldet – Klage gegen die Telekom

Die Nordrhein-Westfälische Verbraucherzentrale will gerichtlich klären, ob die von der Telekom geplantze Drossel für Vielnutzer zulässig ist. Das gab heute am Abend der Focus bekannt. Anfang Mai wurde die Telekom bereits wegen der eingeführten Internetdrossel auf 384 kb/s abgemahnt, die Telekom hat darauf hin ein bisschen nachgegeben und die Pläne zur Drossel ein bisschen auf 2 MB/s gelockert. Laut der Verbraucherzentrale NRW soll diese Drosselungs-Klausel generell aus den Verträgen verschwinden.

Ein Sprecher der Verbraucherzentrale äuérte dem Focus gegenüber, daß es eine Wiederholungsgefahr gäbe. Die Verbraucherzentrale fordert, daß die Telekom eine Unterlassungserklärung abgibt, die noch seit Mai außen stehen würde.Die Telekom soll künftig keine solchen drastischen Kopplungen mehr unternehmen

Quelle

Neulich bei der Drosselkom…

… entschloss man sich zu dem Schritt, bei mir anzurufen und mir brühwarm zu berichten, daß bei mir auf der Straße die neuen Glasfaseranschlüsse verfügbar sind, die ich doch bei der Telekom buchen könnte. Prompt konfrontierte ich den Mann vom Callcenter, daß 3 Personen den Anschluß nutzen und an dem Anschluß 2 Internetradios, 3 Fernseher, 2 Desktop-PCs, ein Laptop, dazu noch ein Fileserver für den Datenabruf via Internet und eine Spielekonsole hängen und ich deswegen auf Grund der aktuellen Entwicklungen bei der Telekom keinen neuen Vertrag haben möchte und mir meine 16 MBit-Leitung vollkommen ausreichen würde.

Als meine Aufzählung beendet war las mir der Mann vom Callcenter ersteinmal vor, was man denn so im Monat alles anschauen und ansurfen könnte und daß nur 3 Prozent der Nutzer als sogenannte Heavy User gelten würden und ich doch mal meinen Datendurchsatz prüfen sollte. Von mir kam dann prompt die Frage: „Was schätzen Sie denn, was sich bei mir durch die Leitung quetscht?“ Etwas ausweichend kam die Antwort: „Sie würde die Drossel doch erst ab 2016 betreffen und auch nur die 3 Prozent der Heavy User… und außerdem betrifft es nur Neukunden!“ „Irrtum!“ erwiderte ich „es betrifft auch Bestandskunden, die den Tarif wechseln und alle Kunden der Telekom ab spätestens 2018, wenn alle analogen Anschlüsse auf die IP-Anschlüsse umgestellt sind.“ Der Telekommitarbeiter meinte dann: „Die Medien stellen das ganze Thema ein bisschen verzerrt dar… Ab einem Volumen von 384 kbit werden sie gedrosselt“ Das hat er wirklich gesagt. Und er hat schon fein herumgestottert, wie ein gedrosselter DSL Anschluß, als ihm die Argumente aus User-Sicht vor Augen geführt wurden.

Nun folgte eine Aufzählung, wieviele Filme ich in Standardauflösung und in (Full)HD-Auflösung schauen könnte. Darauf kam meine Antwort „Erstens begrenzt die Telekom nicht ab 384 kbit sondern ab einem Downloadvolumen von 75 GB aufwärts je Anschlußart. Die Medien haben schon richtig informiert, aber ihr Chef, der Herr Oberman, hat Sie etwas verzerrt informiert. Ich nutze das Internet nicht nur für Filme schauen, aber überlegen sie mal…“ und schon habe ich ihm die Kapazitäten, die die Filme in den verschiedenen Auflösungen belegen klein aufgedröselt aufgezählt und dazu noch „Aber man muß neben den Filmen noch seine Software auf den PCs und Endgeräten aktuell halten, man teilt verschiedene Medien mit Freunden und Bekannten, lädt sich benötigte Software runter, hört Internetradio und zockt auch das eine oder andere Multiplayerspiel… und wie gesagt 3 Leute nutzen die Leitung… “ „Dann kann ich Ihnen nicht weiter helfen, dann gehören Sie zu den sogenannten Heavy Usern!“ kams vom Telekommitarbeiter. „Jeder macht das mit seinem Fernseher oder PC was ihm Spaß macht!“ sagte ich noch und der Telekommitarbeiter verabschiedete sich mit einem deutlich hörbaren Schlucken und der Meinung, daß andere Anbieter sich ab 2016 auch den Plänen der T-Offline anschließen wollen.

Während des Gespräches hatte ich das Gefühl, den guten Mann durchaus aus der Reserve gelockt zu haben, denn es kam öfters dieser Satz „Ich lese Ihnen auch nur vor was ich hier stehen habe.“

So macht euch eure Gedanken dazu.

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Telekom gibt beim Streit um die Drossel nach

Heute ist nach unbestätigten Berichten bekannt geworden, daß die Drosselkom im Streit um die DSL-Drosselung nachgeben will. Statt auf unbenutzbare 384 kb/s zu drosseln, will die Telekomm nun noch auf nur 2 MBit/s drosseln. Mit diesem Zugeständnis will die Telekom den Streit um die Drosselung beenden. Das hat Caschys Blog (Link folgt am Artikelende) aus zwei informierten Quellen bei der Telekom erfahren. Weiterhin möchte die Telekom echte und unbegrenzte Flatrates ohne Drossel anbieten. Dazu hat die Telekom noch kein offizielles Statement abgegeben.

Folgende Daten zur Volumengrenze hat die Telekom ausgegeben:

TarifDatenvolumen
Call & Surf mit DSL 75 GB
Entertain mit 16 MBit/s 75 GB
Call & Surf mit VDSL 200 GB
Entertain mit VDSL 200 GB
Call & Surf mit Fiber 100 300 GB
Entertain mit Fiber 100 300 GB
Call & Surf mit Fiber 200 400 GB
Entertain mit Fiber 200 400 GB

Bei diesen Werten soll die Drossel der Telekom zuschlagen. Betroffen sind Neukundemn, sowie Bestandskunden, die den Tarif wechseln und spätestens in ein paar Jahren alle Kunden der Telekom, wenn die Anschlüsse auf die IP basierten DSL-Anschlüsse umgestellt werden.

In den vergangenen Wochen hat eine Protestaktion bei Change.org fast 200.000 Unterschriften erreicht. Eine Petition für die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität bei der Bundesregierung, hatte innerhalb kürzester Zeit das erforderliche Quorum überschritten. Dort sind bisher 74700 Unterschriften zusammengekommen.

Die Argumente für die Drossel bei der Telekom sind immer schwerer zu halten. Als Begründung gab die Telekom an, daß Drei Prozent aller Nutzer mehr als ein Drittel des gesamten transferierten Datenvolumens erzeugen. Von anderen DSL Anbietern verlangt die Telekom nur wenige Cent pro Gigabyte. Zur Erklärung: Die Telekom hat in Deutschland noch das größte Kommunikationsnetz. Andere Gesellschaften betreiben zwar auch ihre Netze, sind aber mit diesen nicht so weit verbreitet wie der Exmonopolist. Um mehr Kunden zu erreichen kaufen oder Mieten diese anderen Anbieter Anschlüsse und Netzkapazitäten bei der Telekom und zahlen somit auch den Traffic, den die Kunden oder Provider im Telekomnetz verursachen. So geht es natürlich auch der Telekom, die Daten auch in andere Netze einspeist.

Aber es gibt natürlich ein Problem, welches die Telekom hat. Und das sind die Ballungsräume, wie der Ruhrpott, München, Stuttgart, Berlin etc. In diesen Gegenden werden einige Peering-Punkte stärker ausgelastet, als an anderen Stellen. Pering-Punkte sind nichts weiter, als Schnittstellen zwischen den Netzen verschiedener Anbieter. Um diese Punkte auszubauen, braucht die Telekom Geld und sie möchte natürlich auch diese Schnittstellen irgendwo ein bisschen entlasten. Aber diese Zentrem auszubauen kostet keine Milliarden Euro, so wie die Telekom immer behauptete.

Links zum Thema

  1. Caschys Blog zur Telekomdrossel
  2. ePetition für Gesetz zur Netzneutralität
  3. Petition bei Change.org gegen Telekomdrossel

Petition im Bundestag gegen die Drosselpläne der Telekom gestartet

Johannes Scheller, der Petent, hat gestern (am 21. Mai 2013) auf der Plattform des deutschen Bundestages eine Petition gegen die Drosselpläne der deutschen Telekom gestartet. Er möchte die DSL-Drosselpläne stoppen. Alle Datenpakete sollen glöeich behandelt werden, unabhängig von Herkunft und Inhalt. Diese Netzneutralität soll nun gesetzlich verankert werden.

Der Text der Petition lautet

Der Deutsche Bundestag möge ein Gesetz beschließen, das Internetanbieter („Provider“) verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von Ihrem Inhalt und Ihrer Herkunft gleich zu behandeln. Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen.

Der Blog Netzpolitik.org hat als erster von der Petition berichtet. Allerdings haben solche elektronischen Petitionen einen Haken. Der Bundestag kann sich bei allen Ersuchen auch mit einer Zweidrittelmehrheit gegen die Anhörung einer Petition entscheiden, auch wenn die Petition die geforderten Unterschriften erreicht. Aber in der Politik sind, gerade bei einer Demokratie (leider), viele Schritte mehr nötig um eine Gesetzesänderung zu erreichen.

Eine Unterschriftenaktion von Malte Götz erreichte fast 200000 Unterschriften, die der Telekom übergeben wurden. Außer einem feuchten Händedruck und einem artigen Danke, wurde mit dieser Petition nichts erreicht, die Telekom singt weiter ihr Lied mit der Drossel zusammen.

Links:

  1. Onlinepetition beim Bundestag
  2. Johannes Scheller
  3. Netzpolitik.org

Der Fall Deutsche Tele(Drossel)kom

Fast 3 Wochen ist es her, seit dem die Telekom ihre Pläne für die Drosselung der DSL Anschlüsse des Netzes, welches in ihrer Hand liegt, angekündigt hat. Seit dem 2. Mai werden diese Pläne fleißig umgesetzt und Neukunden bekommen die entsprechenden Klauseln über diese Drosselung in ihre Verträge geschrieben. Es soll nun auch bis zum Jahr 2018 des Herrn alle Bestandskunden treffen, denn die analogen Anschlüsse sollen bis dahin digitalisiert werden und auf IP-Basierte Anschlüsse umgestellt werden. Kunden die ihren Tarif aus irgendwelchen Gründen wechseln möchten erwischt es auch eiskalt. Wer mehr Datenvolumen benötigt, soll dafür gefälligst zahlen und dafür in die Tasche greifen. Dagegen währe aus Nutzersicht nicht viel einzuwenden, wenn das kleine Wörtchen aber nicht währe.

Die Telekom bringt immer wieder den Einwand, daß 3 Prozent aller Nutzer mehr als 30 Prozent der gesamten Netzlast und Datendurchsatz erzeugen würden. Wie alt diese Daten sind und ob die Daten stimmen, läßt sich aus technischen Gegebenheiten nicht wirklich für die Internetnutzer bestimmen. Die Telekom hat ihre Studie und ihre Zahlen meines Wissens nicht veröffentlicht.

In den letzten Tagen hat sich noch einiges getan, von der Telekom aus. Magentafarbene Services wie TV über IP soll von der Drossel ausgespart bleiben. Weiterhin dürfen Inhalteanbieter und Firmen, die über Internet datenintensive Dienstleistungen vertreiben, Geld an die Telekom zahlen, um ungebremst zum Endkunden, dem normalen Verbraucher zu kommen, auch am Monatsende, wenn das Freivolumen schon aufgebraucht ist. Damit würde die Telekom zweifach verdienen, aber nur große Diensteanbieter mit einer Menge Geld können da mitspielen. Kleine Plattformen, Künstler und andere Aktive im Netz, müssen sehen, wie sie ihre Inhalte zum Kunden bringen. So wird eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Internet entstehen. Kleinunternehmen haben keine Chancen mehr zu bestehen.

Das alles geschieht unter dem Vorwand, das Netz weiter ausbauen zu müssen. Aber ohne die Hilfe und Unterstützung von Kommunen und Landkreisen legt die Telekom kein schnelles Internet auf das Land, da müssen Städte und Gemeinden schon Geld zuschießen, Magenta zahlt nicht alles aus eigener Tasche, beim Verlegen und Installieren der notwendigen Hardware in ländlichen Gebieten. Dann sind da immer noch ein paar weiße Flecken auf der Karte, wo es überhaupt kein schnelles Internet gibt.

Mittlerweile gibt es gegen das Vorgehen der Telekom Protest. Zum einen wurde die Telekom Anfang der Woche von der Verbraucherzentrale abgemahnt, die entsprechenden Klauseln aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und den Neuverträgen herauszunehmen. Jetzt formiert das Bündnis für Netzneutralität und gegen digitale Diskriminierung eine Demo zur Jahreshauptversammlung der Telekomaktionäre vor der Lanxess Arena am Willi-Brandt-Platz in Köln auf. Zudem sind Mahnwachen ab 8 Uhr 30 geplant. Das ganze soll am 16. Mai stattfinden. Anonymous-Aktivisten, der Bundesverband Initiative gegen digitale Spaltung (geteilt.de), der Chaos Computer Club Düsseldorf, die Digitale Gesellschaft, der AK Vorrat Ortsgruppe Köln/Bonn, Netzpolitik.org und die Piratenpartei Deutschland unterstützen diese Aktion.

Wegen der massiven Kritik an den Plänen der Telekom von 22. April ist der Deutschlandchef der Telekom René Obermann ein wenig zurückgerudert. Er erklärte, daß es Flatrates weiterhin geben soll, aber wesentlich teurer (10 bis 20 Euro).

Aber die Vorwürfe, die gegen die Telekom laut werden, reisen nicht wirklich ab. Verbraucher sehen im Angebot der Telekom nun Betrug. Man wirbt mit Flatrates, die aber wegen der Drosselung keine mehr sind. Verbraucher assoziieren mit einer Flatrate, daß sie unbegrenzt surfen und Downloaden können, was das Zeug herhält. Aber nach dem fünfundsiebzigsten Gigabyte ist da nun schon Schluss mit lustig. Und hier sehen viele Verbraucher die Täuschung, kaum irgendjemand liest das Kleingedruckte im Vertrag, wenn oben groß und gut lesbar ein Flatrate steht.

Es gibt aber auch andere Stimmen im Internet, die die Telekom und ihre Pläne verteidigen. So liest man doch öfters in Foren und sozialen Netzen, daß 75 GB zum Surfen völlig ausreichen, oder man sich über den Datentarif fürs Smartphone auch nicht wundert, wenn man da nach einigen Mega- oder Gigabyte gedrosselt wird. Dagegen steht, daß der Nutzer mit seinem Smartphone hauptsächlich nur kommuniziert, in dem er chattet, oder seine Profile in sozialen Netzwerken pflegt und etwas herumsurft um sich über gewisse Themen schlau zu machen. Da werden meist nur Dienste genutzt, wo wenig Datenübertragung stattfindet. Am hauseigenen PC entstehen die wirklich datenintensiven Arbeiten oder Spielereien.

Gedanken der Spürnase zur Telekomdrossel – Die Seite der Verbraucher

Ab heute gilt für Neukunden die Bandbreitendrosselung bei der Telekom nach 75 GB/Monat bei einer 16 Mbit Leitung, respektive 200 GB/Monat bei VDSL. Die Pläne des Rosa Riesen, welcher schon liebevoll (Achtung Ironie) Drosselkom genannt wird, sehen vor bei Überschreiten des Inklusivvolumens die Geschwindigkeit der DSL-Anschlüsse auf 384 Kbit/s zu senken. Sicher gehen vielen Leuten, gerade bei einem hohen Prozentsatz der 12 Millionen Endkunden der Telekom, aber auch bei Wechselwilligen, die bis dato zur Telekom wechseln wollten und bei einigen Diensteanbietern einige Zukunftssorgen durch den Kopf. Fast sicher ist, daß auch einige Konkurenten der Telekom irgendwann eine Drosselung einführen, ob sie nun wollen oder nicht. Etliche DSL Anschlüsse wurden durch große Anbieter von der Telekom gemietet und diese dann weiter am den Endkunden gebracht.

Bisher ist noch nicht bekannt, was die Telekom für weitere Volumenkontingente an Gebühren verlangt, mir ist noch nichts zum Erspüren vor die Nase gekommen. Viele Leute kommen sich durch das Vorhaben recht geprellt vor, mit Sicherheit auch der eine oder andere Diensteanbieter.

Die Drossel schlägt ab den sechsundsiebzigsten Gigabyte zu, sofern man nicht höhere Kontingetne zugebucht hat. Es wurde an verschiedenen Stellen schon nachgewiesen, daß anständiges Surfen mit dieser Geschwindigkeit nicht mehr möglich ist, die Telekomwebsite brauchte 100 Sekunden, um vollständig zu laden. Aber der Otto Normal Endkunde braucht mit Sicherheit mehr noch als ein bisschen Surfen. Er will via E-Mail, Gesichtsbuch, ICQ, Jabber, Skype und anderen sozialen Netzwerken mit Freunden und Verwandten Kommunizieren. Bei solchen Geschwindigkeiten wird das auch ein recht mühsames und langwieriges Unterfangen. Ein Einkauf bei einem Onlinehändler oder die Online Banküberweisung dauern um ein vielfaches länger, es kann passieren, daß man durch die geringe Geschwindigkeiten schonmal einen Timeout von den angesprochenen Servern bekommt und somit vielleicht finanziellen Schaden erleidet. Für die Inhaber von Onlineshops wird sich diese Lage sicherlich auch negativ auswirken. Weniger Bandbreite heißt auch, daß Kunden nicht kommen oder früher ihren eventuell geplanten Einkauf verschieben oder abbrechen.

Weiter geht es bei der Unterhaltungsindustrie. Heute werden schon mehr Filme und Musik über Internet verkauft und vermietet, als auf CD und DVD. Lädt man mehrere Filme herunter, geht viel Traffic verloren, ein Filmwochenende mit Freunden ist bei 75 GB recht schnell um. Das heißt hier muß der Endkunde zweimal, respektive dreimal in die Tasche greifen. Als erstes will der DSL Anschluss mit der moantlichen Miete dafür bezahlt werden. Zweitens will mehr Datenvolumen zugebucht werden und drittens muß die Leihgebühr des Films oder das Abo bei dem entsprechenden Dienst wie Maxdome und Co bezahlt werden. Im Artikel Bandbreitendrossel bald auch für Bestandskunden habe ich schon einen kleinen Exkurs, wie sich das Problem für mich darstellt gewagt. Zur Erinnerung zitiere ich noch einmal aus dem betreffenden Artikel.

Was heißt normale Bildqualität? Die alte PAL Qualität aus der vor-High Definition Ära betrug 720 × 576 Pixel. Ein Film in dieser Auflösung belegt je nach Länge 3 bis 6 GB. Dann gibt es High Definition in zwei Qualitäten. Die niedrigere Auflösung mit 1280 × 720 wird von den öffentlich rechtlichen Sendern ausgestrahlt. Hier bewegen sich die Filme in normaler Länge zwischen 10 und 15 GB pro Film versteht sich. Full HD hat eine Auflösung von 1920 × 1080 Bildpunkten. Hier bewegen wir uns um die 25 GB pro Film. In naher Zukunft werden Filme schon in 4k Qualität ausgeliefert, Geräte um solches Material zu sehen, gibt es schon. Auflösungen von 3840 × 2160 Pixeln und 4096 × 2304 Pixeln werden hier angepeilt. 4k ist rechnerisch das Vierfache von Full HD und ist mit ca 100 GB pro Film anzurechnen.

Eine dritte Sache ist mir in den letzten Tagen, Wochen und Monaten immer mehr aufgefallen. Gekaufte Spiele, die man auch allein an seinem Rechner spielen kann und darf, benötigen einen dauerhaften Zugang zum Internet. Ein Beispiel, was vor ein paar Wochen deswegen für Furore sorgte, war das Spiel SimCity5. Hier waren die Server des Spieleanbieters überlastet und nicht für den Endkunden zugänglich. Einen ständigen Onlinezwang plant auch Microsoft mit seiner neuen XBox, die ab Mai in den Handel kommen soll. Steam und Spiele, die über Steam gekauft werden brauchen zum Teil auch Zugang zum Internet. Lädt man die Bestseller von der Steam-Website oder aus irgend einem anderen Portal herunter, so bekommt man Archiv-Dateien, die auch mindestens eine CD füllen können, aber meistens auch auf eine oder mehrere DVDs passen. Mindestens 700 MB sind da zu erwarten, wahrscheinlicher ist da aber 1 GB und mehr pro Spiel, was man sich ersteinmal downloaden muss. Hinzu kommen nach der Installation Bugfixes, Patches und Updates, was auch nochmal mit bis zu mehrferen Hundert Megabyte am Downloadvolumen zehrt.

Aber warum dieser ganze Aufwand? Zum einen wollen die Spielehersteller eine Art Kopierschutz einbauen und zum Anderen den Second-Hand Handel damit unterbinden. Man kann nur diese Spiele spielen, wenn man im Besitz einer Originallizenz mit dem dazu passenden Onlinekonto auf den Servern der Spieleanbieter ist. Computerspiele mit Onlinezwang legen Spieledaten, wie Einstellungen, Spielstände und Zusatzinfos zum laufenden Spiel bei sich in den Rechenzentren ab. Hier weiß man nicht wirklich, wieviele Daten der eigene Computer mit den Servern des Spieleanbieters austauscht. Mit der Telekomdrossel wird diese Abhängigkeit nun noch forciert. Will man vernünftig spielen, muß man zusätzlich noch bei der Telekom Datenvolumen nachbuchen.

In einer anderen Liga spielen die Massive Multiplayer Online Rollenspiele mit World of Warcraft als leuchtendem Vorbild. Anzumerken ist, daß es außer WoW noch mehr Massive Multiplayer Online Rollenspiele gibt. Einige sind auch aus dem Internet zu beziehen und benötigen wie schon erwähnt auch Updates und Patches. Hier ist der Sinn und Zweck des Ganzen, daß der Rechner das Spiel ersteinmal ausführt und über Internet sämtliche Spielerdaten, wie Inventar, die Aktionen des Spielcharakters, sämtliche Statistiken und Spielelemente, aber auch die Kommunikation zwischen den Spielern (beispielsweise über Teamspeak) über das Internet übertragen werden. Hier fällt einiges an Transfervolumen und Netzlast für alle Internet-Service-Provider (ISP) an.

Nicht nur die Massive Multiplayer Online Rollenspiele benötigen viel Traffic, generell jedes Spiel, welches man mit einem Mehrspielermodus über Internet spielen kann benötigen haufenweise Transfervolumen. Wenn es nach der Telekom gehet würde das dann auch nach 75 GB im Monat anfangen stark zu ruckeln.

Seit 2 oder 3 Jahren wird die Cloud von vielen Anbietern wörtlich auf Wolke 7 (englisch Cloud seven als kleines Wortspiel) gehoben. Google und Microsoft spielen da mit vielen Diensten wie Onlinefestplatten namens Skydrive oder Webbasierten Officeanwendungen, Kalendern, Mail und viel anderem Zeug eine Vorreiterolle. Dropbox bietet günstigen Speicherplatz auf verschiedenen Rechenzentren an. Vorteilhaft ist, daß man so ohne viel Aufwand seine Dokumente, Bilder, Musik, Adressdaten und vieles mehr auf allen Endgeräten, wie PC, Notebook, Tablet und Smartphone synchron halten kann. Wer seine Daten nicht aus der Hand geben möchte, stellt sich daheim einen kleinen Homeserver hin und verbindet diesen mit seinem Netzwerk und dem Internet. Alles hat hier einen DSL Anschluss daheim als kleinsten gemeinsamen Nenner. Datensharing via Cloud ist recht einfach, schnell sind mal die Fotos der Katze an Freunde geschickt, oder das letzte Urlaubsvideo auf den eigenen Server, oder einen entsprechenden Diensteanbieter gesendet, der dann alles für jeden zugänglich macht. Auch dem schiebt die Telekom mit ihrer Drossel ein Riegel vor.

An jeder Ecke im Internet bekommt man als Endnutzer Software aller Coleur quasi kostenlos (oder gegen einen Obolus) nachgeworfen. Für jeden ist etwas dabei, auch wenn es nur zum Austesten ist. Diese Programme wollen ersteinmal heruntergeladen werden und auch im Laufe der Dienstzeit mit regelmäßigen Updates versorgt werden. Open-Source Software bietet Entwicklern und Hobbyprogrammierern die Möglichkeit eigene Funktionen zu einem beliebigen Programm zu verpassen. Allerdings ist dafür der Quellcode für das zu erweiternde Programm zu laden. Weiterhin benötigen Programmierer die nötigen Entwicklungsumgebungen für ihren PC und die besorgt man sich auch am besten über das Internet. Bei manchem Entwickler sind es sogar mehrere Programme, die er mit eigenen Funktionen aufstockt. Bei 384 kbit/s sind solche Downloads, fals man am Monatsende schnell noch ein solches Programm für irgendetwas benötigt, erst nach langer Wartezeit und einem Koffeinschock fertig. Das Selbe gilt für ein frisch aufgesetztes Betriebssystem, egal welches man nun nutzt. Als allererstes wollen Updates gezogen werden, bei Windows 7 sinds schon 3 GB, die man mittlerweile herunterladen möchte. Aber auch andere Geräte möchten Sicherheitsupdates. Das sind momentan alle modernen Spielekonsolen oder Smartphones und Tablets um ein paar aktuelle Beispiele zu nennen.

Jetzt wird momentan digitales Radio stark angepriesen. Eine Möglichkeit nutzt das digitale Rundfunksignal und eine andere Variante klinkt sich über den heimischen Router ins Internet ein. Vorteile sind, daß man Welotweit tausende Radiostationen in gleichbleibender Qualität hereinbekommt dazu noch einige feine Zusatzinfos zur Sendung, zu Interpreten und Titeln und einiges mehr. Jeder Deutsche hat am Tag laut aktuellen Statistiken 4 Stunden das Radio laufen. Und zieht das Radio aus dem Internet die Musik, ganz legal versteht sich natürlich, summiert sich das im Laufe der Zeit natürlich auch langsam auf.

Youtube, Audio- und Videoblogs sind auch recht datenintensive Dienste. Jeder kann ohne weiteres seinen Blog mit Audio- und Videokommentaren aufmotzen. Youtubevideos sind zum einen recht unterhaltsam und als Musikfan nutzt man natürlich auch Youtube um sich Künstler anzuhören, die man bisher noch nicht kennt. Dabei fällt mir ein, daß viele junge Künstler, gerade was in Musik und Video/Film geht, sich zum großen Teil auch übers Internet vermarkten um Kosten eines Labels oder Verlegers zu sparen. Führt die Telekom die Drossel ein, so werden Künstler und Blogger, die auf Audio und Video setzen auf die Zeit hin gesehen beim Endkunden stumm geschaltet. Auch mit einer Geschwindigkeit von 384 kbit/s wird dieser Blog unleserlich, da er mit dieser Geschwindigkeit schlichtweg lange braucht um sich zu öffnen.

Was ist dann mit der heutigen Bildung? Viele Schüler und Studenten, aber auch Azubis und jeder Berufstätige informiert sich heutzutage mehr zu einem bestimmten Themengebiet seines Berufes, Studienfaches oder Hausaufgaben über Internet, als in der staubigen Bibliothek. Mit schnellen Internetanschlüssen ist die gesuchte Information in recht moderatem Zeitaufwand auch gefunden. Schlägt auch hier die Drossel zu, laden Seiten wie die Wikipedia nur noch recht langsam. Das Suchen von Informationen und Lehrmaterial wird dadurch recht langwierig. Auch viele Lehrer, Dozenten und Professoren die das Internet zur Vorbereitung ihrer Stunden, Seminare und Vorlesungen nutzen werden durch die Folgen der Bandbreitendrosselung eingeschränkt. Da kann man sich gleich wieder in die Bibliothek setzen und auf altmodische Weise seinen Lehrstoff durchrecherchieren – und dabei einen Großteil seiner Freizeit dabei lassen.

Das alles wird sich für Endkunden, Künstler und Diensteanbieter jeden Formates in der nächsten Zeit ändern. Wer das nicht möchte, sollte sich ab heute einen anderen Provider suchen, der noch keine Drossel plant.

Links zum Thema

  1. Bandbreitendrossel bald auch für Bestandskunden
  2. Kritik an der Städtebausimulation SimCity 5

Gedanken der Spürnase zur Telekomdrossel – Was die Telekom von der Drossel hat

Aber sehen wir auch mal die andere Seite der Medaille. Die Telekom will nur das Beste für uns, ihre Kunden. Sie drosselt die Bandbreite, damit wir uns mehr draußen beim Frühshoppen oder im Verein treffen und dort kommunizieren. Sport soll wieder draußen, fernab der Tastatur erledigt werden, Fingergymnastik ist out. Einkaufen und Banküberweisungen sollen wir wieder wie früher erledigen, in dem wir selbst zur Bank oder in den Laden/Discounter/Supermarkt gehen, ganz analog und offline eben. Dazu braucht man keinen Computer, der Nebeneffekt, wir treffen Leute dabei und wir bewegen uns mehr, was unserer körperlichen und psychischen Gesundheit zu gute kommt. Die Telekom wirkt dadurch Übergewicht entgegen. Banken und Supermärkte wirken nicht mehr so leer wie bisher, vormals dunkle Wohnungen mit zugezogenen Rolläden werden wieder heller und vom Tageslicht durchströmt. Spieler von World of Warcraft und Co. treffen sich zum gemeinsamen Bälle-Hitten, zur Soocer-Battle und Basketball-Raid auf dem Bolzplatz. Rechenzentren und Homecomputer können abgeschaltet werden. Warum? Niemand kann nach 75 GB mehr ins Internet. Strom kann gespart werden und ein Atomkraftwerk mehr abgeschaltet werden. Und die Merkelpropeller draußen vor der Tür (Windräder) benötigen nun doch eine Bremse, damit sie nicht im Turbogang weiterrotieren und nun überschüssigen Strom produzieren. Das ist Umweltschutz pur was die Telekom betreibt. Das sollten sich einige Netznutzer mal durch den Kopf gehen lassen.

Liebe Telekom, für das was du uns da gutes tust lieben wir dich.

Bandbreitendrossel bald auch für Bestandskunden

Mittlerweile mehren sich die Gerüchte, daß nun auch die Bestandskunden der Telekom bis 2016 nach und nach mit neuen IP Verträgen, in denen die geplante Drosselung enthalten ist, ausgestattet werden sollen. Die Telekom antwortete auf Fragen bisher eher ausweichend und dementierte diese Gerüchte nicht.

Die bisherigen analogen und ISDN Anschlüsse sollen bis 2016 auf die VOIP-Technologie umgestellt werden. Dabei kann es passieren, daß auch Bestandskunden einen neuen Vertrag bekommen. Altkunden können sich allerdings dann nicht mehr auf die Regelungen von vor dem 2. Mai 2013 berufen. Mit diesem Trick würde die Telekom aus 12 Millionen Altkunden eins zu eins 12 Millionen Neukunden machen. Jens Matheuszik vom Pottblog wurde mitgeteilt, dass die allermeisten Kunden von einer Umstellung nichts merken würden, weil sie das geplante Limit nicht überschreiten. Wer das Limit überschreitet, müsste wie im Mobilfunkbereich mehr Volumen nachbuchen.

Wer keine Drossel für den DSL Anschluss haben möchte, wechselt zu einem privaten, regionalen Anbieter, die keine Drosselung planen. Aber wer weiß schon, wie die Konkurenz der Telekom auf die Drossel reagiert, ob man da soetwas einführt oder nicht.

Der Rosa Riese gab bekannt, viele Kunden würden das neue Limit nicht bemerken. In der freien Presse vom Samstag, dem 27. April 2013 habe ich von Torsten Gerpott, einem Professor der Telekommunikationswirtschaft geslesen, der folgendes sagte (ich zitiere):

„Nur wenn sie den ganzen Tag Filme herunterladen, kommen Sie drüber.“

Damit sind die 75 GB eines 16Mbit Anschlusses der Telekom gemeint. Weiterhin hieß es:

Nach seinen Berechnungen reicht das Inklusivvolumen aus, um zwei Filme in normaler Bildqualität aus dem Netz zu holen – jeden Tag.

Was heißt normale Bildqualität? Die alte PAL Qualität aus der vor-High Definition Ära betrug 720 × 576 Pixel. Ein Film in dieser Auflösung belegt je nach Länge 3 bis 6 GB. Dann gibt es High Definition in zwei Qualitäten. Die niedrigere Auflösung mit 1280 × 720 wird von den öffentlich rechtlichen Sendern ausgestrahlt. Hier bewegen sich die Filme in normaler Länge zwischen 10 und 15 GB pro Film versteht sich. Full HD hat eine Auflösung von 1920 × 1080 Bildpunkten. Hier bewegen wir uns um die 25 GB pro Film. In naher Zukunft werden Filme schon in 4k Qualität ausgeliefert, Geräte um solches Material zu sehen, gibt es schon. Auflösungen von 3840 × 2160 Pixeln und 4096 × 2304 Pixeln werden hier angepeilt. 4k ist rechnerisch das Vierfache von Full HD und ist mit ca 100 GB pro Film anzurechnen.

Ich denke der kleine Exkurs beweißt uns, daß auch gebildete Menschen ab und an mal einen Taschenrechner zur Hand nehmen sollten und ihre Behauptungen vorher durchrechnen.

Links

  1. Pottblog
  2. Chip- Vertragstrick für die Drossel

Telekom schaltet ab Mai die Drossel frei

Die Obersten der Telekom haben nun doch beschlossen, wie im März schon berichtet, ab dem 2. Mai die Drossel auf 384 kB/s zu schalten. Betroffen sind alle Verträge, die mit der Telekomm ab dem 2. Mai geschlossen werden. Bestandskunden werden noch nicht (die Betonung liegt auf noch) mit erfasst.

  • Internetanschluss mit einer Bandbreite von bis zu 16 Mbit/s (ADSL2+): 75 GByte Transfervolumen
  • Internetanschluss mit einer Bandbreite von bis zu 50 Mbit/s (VDSL): 200 GByte Transfervolumen
  • Internetanschluss mit einer Bandbreite von bis zu 100 Mbit/s (Glasfaseranschluss oder VDSL-Vectoring): 300 GByte Transfervolumen
  • Internetanschluss mit einer Bandbreite von bis zu 200 Mbit/s (Glasfaseranschluss): 400 GByte Transfervolumen

Laut Angaben der Telekom will man sich vorerst nur das Recht zur Drosselung sichern. Weiterhin erklärte die Telekom, daß die Limitierung technisch nicht vor 2016 umgesetzt wird. Schlägt die Drossel irgendwann zu, kann sich der Kunde Bandbreitenkontingente hinzubuchen, gegen Entgelt versteht sich. Ausgenommen davon sind, laut c’t, eigene Dienste des Magentafarbenen Riesen. Wie es scheint liebt die Telekom die eigenen datenintensiven magentafarbenen Dienste, aber andersfarbige Dienste werden beschränkt.

Bürgerrechtler, Verbraucherschützer, die Piratenpartei und der Verein Die digitale Gesllschaft kritisieren das Vorhaben scharf.

Update 25. April 2013

Wie Heise berichtet, hat sich heute der Netzrat der CSU eingeschaltet und das Verhalten der Telekom kritisiert. Auch Wirtschaftsminister Rösler und Verbraucherministerin Ilse Aigner zeigen sich von ihrer besorgten Seite. Von der Seite der Koalition heißt es, daß dies ein Schritt rückwärts in die 90er Jahre sei, wo noch mit Modems und geringer Bandbreite hantiert wurde. Der Schutz der Netzneutralität ist eine politische Aufgabe, heißt es weiter, Streamingdienste dürfen und können nicht privilegisiert werden und den Wettbewerb einschränken.

Der Schüler Malte Götz hat eine Online Petition an die Telekom gerichtet, die derzeit knapp 34 Tausend Unterstützer gefunden hat. Den Link gibt es weiter unten zum unterschreiben.

Links

  1. Online Petition gegen Internetdrossel
  2. Die Telekom zieht die Bremse

Netzgeflüster – Die Telekom zieht die Bremse

Die Tage erreichte die Redaktion von Fanboy.fm die erschreckende Meldung, daß die Telekom sämtliche DSL/VDSL und Fibre Produkte nach dem Verbrauch eines bestimmten Datenvolumens auf 384 kb/s drosseln möchte. Die Dokumente die dort eingereicht wurden, wirken laut Fanboys.fm recht glaubwürdig. Nein und der 1. April ist erst übernächste Woche nach Ostern.

Welche Tarife sind davon betroffen?

Die, die in der Tabelle aufgeführt sind. Und das sind meiner Meinung nach ein Großteil der angebotenen Tarife der Deutschen Telekom.

TarifDatenvolumen
Call & Surf mit DSL 75 GB
Entertain mit 16 MBit/s 75 GB
Call & Surf mit VDSL 200 GB
Entertain mit VDSL 200 GB
Call & Surf mit Fiber 100 300 GB
Entertain mit Fiber 100 300 GB
Call & Surf mit Fiber 200 400 GB
Entertain mit Fiber 200 400 GB

Was ist diese Drosselung?

Die Telekomm nennt diese Drosselung im Geschäftsjargon Bandbreitensteuerung. Sie bewirkt, daß der Inhaber eines in der Tabelle aufgeführten Anschlüsse im Monat nur noch die angegebene Datenmenge herunterladen darf, bevor die Bandbreite des tatsächlich bezahlten Anschlusses auf eine Quote von 384 kb/s ausgebremst wird. und 384 kb/s sind rechnerisch 0,375 Mbit/s und das ist schon kein DSL mehr und nähert sich dem Wert des alten ISDN Anschluss beträchtlich an. Also würde die Telekom uns nach dem Datenvolumen in die Vor-DSL-Ära katapultieren.

Wie wirkt sich das auf mein Surfverhalten aus?

Wer kennt das Szenario nicht? Jeder Hauhalt besitzt mittlerweile ein bis 2 Dektop PC’s für die Eltern und Kinder, dazu einen Laptop, Papas Lieblingsspielkonsole von Sony oder Microsoft und einen oder zwei Moderne Flachbildschirme mit LAN/WLAN Anschluss, dazu das Smartphone von Mama und Opas Tablet, der mit dem Gerät zur laufenden Sendung Informationen aus dem Netz holt und ein paar Mails zu seiner neuen Liebe schickt. In der Küche dudelt ein Internetradio, was auch permanent Daten aus dem Internet zieht und der Sohnemann sitzt mit ein paar Freunden zusammen und spielt ein Massive Multiplayer Online Rollenspiel, während die Tochter gerade aus der Wikipedia ihren Vortrag für die Schule ausdruckt. Papa sitzt vor dem Fernseher und schaut über eine der vielen Online-Videotheken einen dreidmensionalen Film in High Definition an und Mama sieht sich in der Küche mit dem Laptop (über Youtube) die Zubereitung von Mälzers neuestem Gemüsesalat an.

So oder so ähnlich dürfte der Alltag in den meisten deutschen Haushalten aussehen. Jetzt kommt allerdings die Drosselung der Telekom daher. Kaum hat Papa 2 oder 3 Filme in 3D und HD angeschaut, der Sohnemann fängt gerade sein neues Level im MMORPG an und die Mutter downloadet gerade das neue Kochrezept für Gemüsesalat. Plötzlich beginnt alles zu ruckeln und extrem zu hängen, weil das monatliche Datenvolumen erschöpft ist und man nur noch mit 0,375 Mbit/s im Internet unterwegs ist. Papa kriegt seinen Film nur noch Bild für Bild herein, Mamas Videoanleitung für den Salat bleibt plötzlich stehen und Mälzer macht nach jedem Wort quälend lange Pausen (obwohl er gerne spricht) und Sohnemanns Spiel verbindet wegen der niedrigen Bandbreite nicht mehr zum Server. Der Familienfrieden dürfte deswegen recht gestört werden.

Die Folgen der Drosselung

So eine Internetdrossel hat weitreichende Folgen. Der oben genannte Fall ist nur ein Beispiel unter vielen. Jeder hat nur noch ein gewisses Datenkontingent pro Monat. Eine Folge davon währe, daß irgendwann in naher Zukunft Preismodelle geben wird, die die Gesellschaft noch weiter aufspalten. Leute die viel zahlen bekommen viel, Leute mit weniger Geld bekommen weniger Leistung. In den letzten Jahren hat das Internet durch bezahlbare Tarife und Flatrates in viele deutschen Haushalte einzug gehalten und gehört nun wie Strom, Wasser, Radio und Fernsehen zur Grundversorgung. Viele Leute nutzen das Internet größtenteils als Informationsquelle, weil sie sich nicht mehr nur auf die in der Zeitung, im Radio und Fernsehen gebrachten Nachrichten verlassen wollen und sich selbst ein Bild machen wollen.

Jetzt wird man durch solche Verträge in der Nutzung des Internets eingeschränkt, die Netzfreiheit steht damit auf dem Spiel. Fängt ein Provider – und das ist die Deutsche Telekom – mit einer Drosselung an, so folgen die anderen Mitbewerber am Markt dem gleichen Beispiel. Neue und vielleicht teurere Tarife bilden sich heraus und man muss sich schon überlegen, ob man das letzte Quäntchen an Volumen für ein Softwareupdate oder das Sicherheitsupdate des Betriebssystems nutzt oder doch eher nochmal um seinen Feierabend im Internet angenehm zu gestalten oder für eine Onlinebewerbung oder den Vortrag fürs Studium oder die Schule nutzt. Die Netzneutralität ist dadurch gefährdet. Nicht jeder, ob Schüler, Facharbeiter, Wissenschaftler, Arbeitssuchender usw, wird die gleichen Zugnagsvorausetzungen bekommen, jeder wird irgendwann einen Spezialtarif für seine Internetnutzung zahlen müssen.

Was kann ich dagegen tun?

Hilf mit und poste deine Beschwerde an die Telekom auf Twitter oder auf Facebook. Seid aber freundlich, es ist noch nicht davon auszugehen, daß die Supportleute der Telekom von den Plänen wissen.
Nochmals die Links für Beschwerden:

  1. Die Telekom auf Twitter
  2. Die Telekom auf Facebook

Links und Quellen

  1. http://fanboys.fm/drossel/
  2. http://fanboys.fm/ – Podcast Folge 111
  3. Podcast Fanboys Folge 111 – Direktlink

Update am 22.03.2013

Heise hat heute berichtet mit einem Pressesprecher der Telekom in Kontakt zu stehen. Und dort wurde dem Heise Verlag berichtet, daß die Telekom tatsächlich überlegt solche unechten Flatrates für den Festnetzbereich einzuführen, wie sie bereits in der Mobilfunkbranche gängig sind. Ich Zitiere von der Heise Seite […] „Der Vorteil ist, dass nur die Kunden mehr zahlen müssten, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchen. Bisher ist es so, dass sämtliche Nutzer die intensivere Nutzung einiger quersubventionieren.“ […] Das genannte Datum in dem Blogpost der fanboy.fm möchte die Telekom noch nicht bestätigen.

Update 23. März 2013

Auf dem Offiziellen Blog der Telekom werden die Überlegungen zur Drosselung bestätigt. Ob und wann es neue Tarife geben wird, ist aus dem Blog nicht ersichtlich. Die Telekom möchte neue Tarife ankündigen, wenn sie denn kommen werden.

http://blogs.telekom.com/2013/03/22/neue-spielregeln-fuer-dsl/

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