Der Wüstenplanet, die Legenden

Die Legenden des Wüstenplaneten
Die Legenden des Wüstenplaneten

Vor ein paar Wochen habe ich mir die 3 Bücher „Der Wüstenplanet – Die Legenden“ bei Amazon besorgt. Die Neugierde und Vorfreude auf die Vorgeschichten zu Frank Herberts Wüstenplaneten trieb mich zu der Investition in diese Bücher. Ich wollte einfach mehr über das Dune Universum erfahren.

Im originalen Zyklus des Wüstenplaneten, wurde immer wieder ein Djihad der Menschen gegen die Künstliche Intelligenz erwähnt. Auf diesen heiligen Krieg, auch Butlers Djihad genannt, stürzen sich die folgenden Werke von Frank Herberts Sohnemann Brian Herbert und der Star-Wars Autor Kevin J. Anderson.

Die Geschichte ist recht schnell grob umrissen. Die Menschheit befindet sich ca 10000 Jahre vor der Handlung des originalen Wüstenplaneten im Krieg gegen intelligente Maschinen und deren vernetzte Welten. Die Maschinen halten Menschen als Sklaven für Bauprojekte und grauselige Experimente. In die Hände der Maschinen fällt nun eine Führerin der freien Welten und verliert dort ihren Sohn. Daraus wird nun ein erbitterter Krieg der freien Menschen gegen die Maschinen.

Leider wurde meine Vorfreude schon nach dem Lesen der ersten Seiten von Butlers Djihad arg gedämpft. War der originale Dune Zyklus gut beschrieben mit abstrakten Intrigen, tiefgehenden Charakterstudien und fantastischen Beschreibungen des Hintergrunds, so mutete der Schreibstil der vorliegenden 3 Bücher, die den Krieg der Menschen gegen die Maschinen beschreiben, eher sehr mainstreamig an. Charaktere blieben eher blass und farblos, gut war eben halt gut und böse eben böse. Es gab halt keine guten Abstufungen dazwischen. Die Beschreibung einiger Folterszenen wirkten irgendwie lächerlich und trugen keinesfals zur Besserung der Qualität bei. Insgesamt merkt man den recht starken Einfluss von Kevin J. Anderson mit seiner Karriere als Star Wars Autor. Gewaltige Flotten beharkten sich im Weltall, ganze Welten wurden Atomar vernichtet und die dort lebenden Sklaven gingen mit einem Lachen in den Tod.

Schade ist auch, daß Brian Herbert und Anderson einen sehr augenscheinlichen Bruch mit Frank Herberts Dune Zyklus und dessen offizielle Enzyklopädie, die von Herbert Senior autorisiert war begangen. Aus einer Jehanne Butler in der offiziellen Enzyklopädie wurde eine Serena Butler, aus einem Kindjal, was im Dune Zyklus eine Klingenwaffe ist, wurde in den Legenden ein Raumjäger und so weiter. Je weiter ich beim Lesen kam, desto größer wurden durch diese Ungereimtheiten auch der Frust beim Lesen.

Auf den letzten 10 oder 20 Seiten wurde gerafft dargestellt, wie aus ein paar Blitze werfenden Furien die Bene Gesserit wurden, die im Dune Zyklus ganz subtil die politischen Geschicke eines Planeten umspannenden Imperiums mitbestimmen. Aus einer Bande von ein paar entlaufenen Sklaven wurden auf Arrakis die Fremen. Alles das wurde auf ein paar Seiten zusammengerafft und dabei wurde wieder die offizielle Enzyklopädie außer Acht gelassen. Eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Atreidessprössling und den Sproß der Harkonnens während einer Schlacht, wurde zum Verrat hochgepauscht, der einen über 10000 Jahre währenden Krieg zwischen beiden Häusern auslöste. Harkonnen war hier, wenn man ihn so betrachtet, ein sympatischer Mann und Vorian Atreides eher ein bockiges Kind, der andere Meinungen oder eine Kritik nicht zulassen wollte.

Schade eigentlich, ich habe mehr von den Büchern erwartet. Herbert Junior muss nicht an das schriftstellerische Geschick seines Vaters anknüpfen, aber ich habe erwartet, daß er zumindestens sich stärker an das von Frank Herbert erschaffene Dune-Universum hält. Dieses ganze Werk macht einfach den Eindruck, daß jemand mit dem Nachlass von Frank Herbert nochmal richtig gut Geld verdient werden sollte. Anderson als Co-Autor war sicherlich die falsche Wahl. Meine Wertung 1 möglicher Stern von 5 Sternen oder der Daumen nach unten, wie es andere Imperatoren aus vergangen Zeiten getan hätten.

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Der Wüstenplanet – Die Legende bei Amazon

Frank Herberts trockener Wüstenplanet

Frank Herberts Wüstenplanet
Frank Herberts Wüstenplanet

Wer kennt ihn nicht? Dune – Der Wüstenplanet, ein Klassiker der Science Fiction Literatur, welcher mehrmals verfilmt wurde.

Geschrieben wurde das Buch 1965, ins Deutsche übersetzt erst 13 Jahre später. Der Wüstenplanet handelt vom Krieg der großen Häuser Atreides und Harkonnen, dessen Anfang schon über 10000 Jahre zurückreicht. Die Story ist angesiedelt im Jahre 10190, also in einer sehr fernen Zukunft. Haus Atreides bekommt Arrakis, den Wüstenplaneten vom Imperator Shaddam IV als Lehen zugesprochen. Arrakis ist eine trockene, aber sehr wertvolle Welt, denn nur dort wächst die lebensverlängernde und bewußtseinsveränderte Droge Spice Melange, oder auch Gewürz genannt. Mit dieser Substanz, die nicht synthetisiert werden kann, ist es für gewisse Personen und Gruppen, beispiels für die Bene Gesserit und die Gilde, später auch Paul Atreides, möglich, in die Zukunft zu sehen und sie macht den Raumflug ohne Computer erst möglich.

Als die Atreides ihr neues Lehen übernehmen, werden sie von ihren Todfeinden, den Harkonnens, ständig sabotiert und später mit Hilfe der Terrortruppen vom Imperator angegriffen und bis auf den Spross, Paul Atreides, vernichtet. Paul Kann mit Hilfe seiner Mutter und der Fremen in die Wüste fliehen und mausert sich zum Anführer der Wüstennomaden. Im weiteren Verlauf der Story macht er den Machthabern auf Arrakis das Leben sehr sehr schwer.

Fazit

Das Buch ist sehr unterhaltsam und interessant geschrieben. Science Fiction vom Feinsten ohne weitentwickelte Technologie und ohne Ausserirdische. Hier spielen nur Menschen in verschiedenen Gemeinschaften die Rolle. Auf der einen Seite der Imperator als Kaiser des bekannten Universums, auf der anderen Seite die Hohen Häuser, die jeweils einen oder mehrere Planeten als Lehen bekommen haben und mit einem Landsraad das Gegengewicht zum Kaiser darstellen. Dann sind da noch die Gilde und die Bene Gesserit, eine Organisation aus Frauen. Die Gilde hat das Raumfahrtmonopol im bekannten Universum und ist dringend auf das Spice angewiesen, die Bene Gesserit hingegen nutzen das Spice für das Sehen der Zukunft und haben großen politischen und manipulativen Einfluss in der Gesellschaft. Sie wollen einen Übermenschen heranziehen, einen Mann, der das Selbe kann, wie die Bene Gesserit und noch mehr. Durch die Abtrünnigkeit von Pauls Mutter, ist ihnen das eine oder mehrere Generationen zu früh gelungen und Paul Atreides entwickelt sich ganz anders, als die Bene Gesserit geplant hatten.

Neben einer interessanten Geschichte bietet das Buch auch sehr verwinkelte politische Beziehungen und beschreibt sehr gut, welche Eigendynamik die Religion in einer modernen Gesellschaft entwickeln kann, wenn ein religiöser Führer auch noch zu politischem Einfluss kommt.

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