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Aufstieg und Fall eines Volkscomputers

Volkscomputer. Aufstieg und Fall des Computer-Pioniers Commodore: Die Geschichte von Pet und VC-20, C64 und Amiga und die Geburt des Personal Computers

Volkscomputer. Aufstieg und Fall des Computer-Pioniers Commodore: Die Geschichte von Pet und VC-20, C64 und Amiga und die Geburt des Personal Computers

Einer der beliebtesten und bekanntesten Computer seiner Zeit war der C64. Er wurde millionenfach verkauft, es gab eine Softwarebibliothek aus mehreren Tausend verschiedenen Titeln, sein Sound war zu dieser Zeit hervorragend und brachte Künstker wie Chris Hülsbeck hervor. Aber wie ist der liebevoll „Brotkasten“ getaufte Computer überhaupt entstanden? Für welche Firma steht dieser Computer? Was kam davor und was wurde danach entwickelt? Warum ging Commodore Pleite? All diesen Fragen geht dieses Buch aus Sicht der Hardwareentwickler und einiger Softwaredesigner nach.

Volkscomputer. Aufstieg und Fall des Computer-Pioniers Commodore

Die Geschichte von Pet und VC-20, C64 und Amiga und die Geburt des Personal Computers – So ist dieses Buch untertitelt.  Brian Bagnall, ein kanadischer Journalist hat dieses Buch nach der Jahrtausendwende recherchiert und herausgebracht. Dazu hat er viele Entwickler, die bei Commodore arbeiteten interviewt. Darunter beispielsweise Chuck Peddle, Entwickler des legendären 6502 Prozessors oder Robert Yannes und Al Charpentier, die gemeinsam den Video Chip VIC 20 entwickelt haben. Yannes war auch bei der Entwicklung des SID (6581) Federführend.

Das Buch nimmt sich viele bekannte Rechner der Firma Commodore zur Hand und führt chronologisch durch die Entstehung des legendären PET, der CBM Serie, des VC-20, C64, Plus/4 und Amiga. Der Gameplanverlag hat das Buch ins Deutsche übertragen, ein bisschen gestrafft, doppelte Passagen entfernt und zusätzliche Anmerkungen und Farbfotos der genannten Geräte eingefügt.

Immer wieder kommen da lustige Annekdoten im Buch vor, die sich die Hardwareentwickler geleistet haben (Prügeleien mit Managern oder den Bollerkrieg mit dem Hausmeister). Auch wurde immer wieder der Führungsstil Tramiels und später Goulds von den Ingenieuren beschrieben. Zum Teil leisteten sich beide recht haarsträubende Entscheidungen, beispielsweise wie man mit Händlern umgegangen ist. Aufstieg und Fall von Commodore wird in diesem Buch durch verschiedene Entwickler kommentert und deren Sichtweisen darauf dargelegt.

Insgesamt handelt das Buch hauptsächlich vom Wirken und Handeln der amerikanischen Niederlassungen Commodores. Die japanischen und europäischen Ableger werden nur tangiert, gerade da Commodore in Deutschland und Großbritannien die stärksten Umsätze gefeiert hat.

Das Buch an sich ist flüssig zu lesen, auch mit den teiweleise vielen Fußnoten am Rande. 27 Euro 80 Cent halte ich für etwas zu teuer, da das Buch nur ein paar stärkere Seiten mit Farbfotografien diverser Commodore-Produkte enthält. Der Rest ist eng an eng mit Text bedruckt und enthält nur wenige Hardware-Risszeichnungen sowie zeitgenössische Fotos der Ingenieure in Schwarzweiss. Die deutsche Übersetzung ist gut gelungen, bei manchen Annekdoten tauchte sogar bei mir ein Schmunzeln auf.

Bis auf den Preis und einigen kleinen Mankos ein solides und informatives Buch, daher den Daumen hoch :good:

Links und Quellen

Ein lieben Dank auch an Winnie Forster von Gameplan, der mir für den Artikel den Coverscann zur Verfügung gestellt hat.

Die lange Nacht der Spiele in Leipzig feiert Jubiläum

  • Spielenacht 2016
    Spielenacht 2016
  • Professor Bastian
    Professor Bastian
  • Rene Meyer
    Rene Meyer
  • Die Organisatoren der Spielenacht
  • Petro Tyschtschenko
    Petro Tyschtschenko
  • C64
    C64
  • C64 Strecke
    C64 Strecke
  • C64 mit selbstgebauten Erweiterungen - 160 GB Festplatte und CD-Brenner im Gehäuse eines 1541 Floppy-Laufwerkes von Commodore
    C64 mit selbstgebauten Erweiterungen - 160 GB Festplatte und CD-Brenner im Gehäuse eines 1541 Floppy-Laufwerkes von Commodore
  • Frühe Besucher bei der C64 Strecke
    Frühe Besucher bei der C64 Strecke
  • Amiga 600
    Amiga 600
  • ZX Spectrum
    ZX Spectrum
  • KC85
    KC85
  • Nintendo Ecke
    Nintendo Ecke
  • FPGA Konsole
    FPGA Konsole
  • DOS Arena
    DOS Arena
  • DOS Arena 2
    DOS Arena 2
  • Pong Automat
    Pong Automat
  • Pong Automat Innenleben
    Pong Automat Innenleben
  • Pong Variante mit Robotern
    Pong Variante mit Robotern
  • Autonomes Modell Auto
    Autonomes Modell Auto
  • RGB - VGA Converter
    RGB - VGA Converter
  • Rennsimulator
    Rennsimulator
  • Lando - Er zauberte Musik aus Nintendo 3DS und Gameboys
  • Musik aus Gaymboys und Nintendo 3DS
    Musik aus Gaymboys und Nintendo 3DS
  • Mensa - Das Brett und Kartenspiuelparadies der Spielenacht
    Mensa - Das Brett und Kartenspiuelparadies der Spielenacht
  • Es wird auch fleißg an Brettspielen gespielt
    Es wird auch fleißg an Brettspielen gespielt
  • Verschiedene Brettspielumsetzungen von Computerspielen
    Verschiedene Brettspielumsetzungen von Computerspielen
  • World of Warcraft Strategie-Brettspiel
    World of Warcraft Strategie-Brettspiel
  • Verpixelt Chef Eric mit seinem Spiel Valkyria
    Rumgepixelt Chef Eric mit seinem Spiel Valkyria
  • Startbildschirm Valkyria
  • Lucy Tarandaal: Die Kräuterkundige Lucy bringt dem Spieler die Grundkenntnisse der Alchemie bei und ist für einen Sidequest zuständig. Sie wurde von einer jungen Dame zur Langen Nacht der Computer an unserem Stand entwurfen.
  • Kampf: Hier sieht man den Kampfbildschirm, der Spieler kämpft von rechts nach links.
  • Alchemie: Hier sieht man den Alchemiebildschirm wo der Spieler eigene Tränke brauen kann. Dazu gibt es noch eine Koch-, und Schmiedefunktion.

Vergangenes Wochenende war es wieder soweit. Die Fachhochschule für Informatik und Medien in Leipzig hat wieder zur Langen Nacht der Spiele geladen, die zeitgleich auch ihr Zehnjähriges Jubiläum gefeiert hat.

Trotz Baumaßnahmen im Lipsius Bau der HTWK, haben sich die beiden Organisatoren Klaus Bastian und René Meyer wieder entschlossen, der Spielenacht zu ihrem zehnten Jubiläum zu verhelfen. Bekannte Gäste waren Petro Tyschtschenko (Commodore Deutschland Chef), Patrick Nevian (Hülsbecks Piano Collenction), Jörg Rittershaus (Tronimal), Ludwig Leitner (Lando) und diverse andere Künstler und Bekannte aus der Szene. Doch dazu später mehr.

Recht früh am Nachmittag (etwas um 14 Uhr) hatte die Veranstaltung geöffnet, ich war allerdings schon gegen 13 Uhr vor Ort und konnte den meisten Hobbyisten schon beim Aufbauen ihrer (Uralt)Hardware auf der Retrostrecke zusehen. Dabei waren auch wieder einige bekannte Gesichter om letzten Jahr. Tyschtschenko hatte wieder seinen Stand in der unmittelbaren Nähe der Commodore Hobbyisten und verkaufte neben seinem Buch auch Gehäuse und Netzteile für den 1200er Amiga aus irgendwelchen restbeständen, die er irgendwo gefunden oder erworben hat.

Wie letztes Jahr auch, hat man wieder die unterschiedlichsten Retro-Computer und Konsolen aus der Vergangenheit bewundern dürfen. Die Besitzr der Ausstellungsstücke erlaubten esogar, die alten Geräte ausgiebig zu testen und Spiele darauf zu daddeln. Auf Wunsch wurde sogar andere Software darauf gezeigt. Die meisten der ausstellenden Hobbyisten standen auch noch Rede und Antwort zu ihren zumeist Lieblingsgeräten. Sogar aus Nürnberg kam man angereist. Einen eigenen Bereich bekamen PCs aus der DOS Ära, wo alte Games gezeigt wurden und man als Besucher auch ausgiebig testen und spielen konnte.

Etwas Internationaler wurde ist, als am Abend (nach 18 Uhr) ein Konzert statt fand. Patrick Nevian spielte ein paar Stücke von Chris Hülsbeck – die er auch auf seiner CD „The Piano Collection“ vermarktet. Diese CD ist überall erhältlich, wo es Platten gibt. Lodwig Leither, alias Lando und Jörg Rittershaus mit dem Künstlernamen Tronimal gaben ein paar Stücke zum Besten. Beide nutzen eher unkonventionelle Musikinstrumente. Mit Sounds und Melodien aus Gameboy und Nintendo 3D, einem Mischpult und einer Anlage zauberten sie Musik (sie nahmen die Sounds aus verschiedenen Geräten und mischten diese live zu eigenen Songs und Musikstücken). Zu Hören waren sie noch den ganzen Tag in der Eingangshalle des HTWK.

Wie Jedes Jahr gab es auch in der Mensa so einiges zu sehen. Brettspiele, Konfliktsimulationen, Kartenspiele und verschiedenes mehgr. Von den Ausstellern konnte man sich so einiges über ihre Hobbys erzählen lassen und war auch eingeladen eine Runde mitzuspielen.

Weiter im Erdgeschoss zeigten die Bastler vom Makerspace ihr Können – Drohnen und 3D Drucker waren hier angesagt und im Nebenraum bot die Hochschule Lötkurse (für Platinen und Halbleiter) an. Hat man sich von der Mensa und den Lötkursen trennen können, erwartete in der ersten Etage des Lipsius Bau ein Anime-Kino, sowie verschiedene Projekte von Studenten. Ein interessantes Projhekt war ein autonomfahrendes Modellauto. Im Inneren des Autos ist ein vollwertiger PC mit Prozessor, RAM, Festplatte, Lüftern und so versteckt, sowie verschiedene Platinen und Coprozessoren für Sensorik. Als Betriebssystem für das Auto nahm man ein speziell angepasstes Ubuntu (ein Linux) und dazu selbst erstellte Software, für die Steuerung und Messdatenauswertung der Sensoren – alles muß und wird in Echtzeit berechnet. An einer Leinwand zeigte man via Beamer, wie das Auto seine Umwelt und Hinternisse wahr nimmt.

In  der Etage Drei – Etage zwei war schon die beschriebene Retro-Computingstrecke – gab es neben einer Spieleschau auch Turniere in Tetris, diversen Prügelspielen (Street Fighter, Tekken usw). Bei diesem Turnier konnte sich jeder anmelden und es gab verschiedene Preise zu gewinnen.

Neben diesen Turnieren war noch der Leipziger eSports Verein anwesend, der die lange Nacht der Spiele reginale Gamer mit verschiedenen Titel zusamnmen bringen wollte. Leaque of Legends, StarCraft und einige andere Titel wurden hier gespielt.

Um die Spielenacht herum, gab es wieder ein umfangreiches Vortragsprogramm über Spiele, alte Computer und neue Spiele für alte Computer. Petro erzählte in einem Vortrag Annekdoten aus seiner Zeit bei Commodore und danach.

Ergänzt wurde die Spielenacht durch ein Roboterfußballturnier in der Sporthalle der Hochschule, sowie eine Spieleschau von jungen (und älteren) Entwicklern. Eric Oehmichen (ehemals RPG Schmiede Leipzig) zeigte sein Spiel Valkyria, was als Fork von Das verlorene Königreich gilt. Es basiert auf dem Game, was die Jungs letztes Jahr schon bei der Spielenacht vorgestellt haben und ist ein Rollenspiel im Stile des alten Zelda – also in Kacheloptik. Gebaut wird das ganze im RPG Maker und Photoshop (einige Grafiken). Zu erreichen ist der „Chefentwickler“ dieses Games auf Facebook. Vielleicht gibt es ja demnächst einen Download zum Spiel um es ausführlicher zu testen.

Fazit

René Meyer und Professor Klaus Bastian haben wieder ein tolles Event (trotz Bauarbeiten) auf die Beine stellen können, was in der Szene mittlerweile schon ein bisschen als Ersatz für die abgewanderte Gamesconvention ist. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an beide Organisatoren. Hoffentlich habt ihr nächstes Jahr wieder soviel Zeit und Elan die elfte Ausgabe der Leipziger Spielenacht auszurichten.

Mit diesem Artikel feiert hier bei der Medienspürnase auch ein neues Gadget sein Debüt (zumindest hier). Meta Slider heißt das Plugin. Es ermöglicht Bilderstrecken schön kompakt zu veröffentlichen, ohne den Artikel zu sehr aufzublähen und zu verlängern. Am Anfang dieses Artikels befindet sich die erste Bilderstrecke über die Spielenacht.

 

Links

  1. Leipziger Spielenacht
  2. RPG Schmiede
  3. Rumgepixelt bei Facebook
  4. Ein Insider packt aus – Petro Tyschtschenkos Buch über Commodore und Amiga
  5. RPG Maker

Deutsches Museum der digitalen Kultur eröffnet in Dortmund

C64 mit Floppy

C64 mit Floppy

 

Fans von C64, Atari und Pong-Konsolen dürfte das Deutsche Museum der digitalen Kultur gefallen. Im Frühjahr 2016 eröffnet das deutschlandweit erste derartige Museum in Dortmund; zu den Exponaten zählen 250 Spielkonsolen und 200 Heim-Computer.

Bereits in den 50er Jahren entstanden erste experimentelle Spiele, der erste Prototyp einer Videospielkonsole stammt bereits aus dem Jahr 1968. Das Deutsche Museum der digitalen Kultur will künftig die Geschichte der Heimcomputer und der dazugehörigen Spiele zeigen. Die Eröffnung in einem ehemaligen Zechengebäude ist für das Frühjahr 2016 angekündigt. An interaktiven Stationen sollen Besucherinnen und Besucher die Entwicklung der Heim-Computer und Videospiele kennenlernen.

Initiator Christian Ullenboom will in Eigeninitiative die digitale Geschichte bewahren – und die Entwicklung zeigen, die vom ersten Heimcomputer zur heutigen „digitalen Gesellschaft“ führte. Dafür hat der 42-Jährige ein altes Zechengebäude gekauft, das er derzeit instand setzen lässt. Rund 700 Exponate stehen für die verfügbaren fast 2000 Quadratmeter parat: über 250 Spielkonsolen, 200 Heimcomputer – demnächst wird auch ein Flug-Simulator angeliefert. Ullenboom will wesentlich stärker auf Original-Hardware setzen als das Computerspielemuseum in Berlin, das 1997 als erstes Museum ähnlicher Art weltweit eröffnete.

C64, Atari, Amiga: Was gemeinhin als Vorläufer der heutigen Videospielplattformen gilt, sind für Kenner schon Nachfolger erster experimenteller Spiele und Prototypen der 50er und 60er Jahre. „1958 wurde Tennis for Two entwickelt – das war das erste Videospiel. Das gibt es heute nicht mehr im Original und kann nur noch nachgebaut werden“, sagt Ullenboom. Ende der 60er folgte die „Brown Box“ von Ralph Baer, die 1971 als „Magnavox Odyssey“ auf den Markt kam – als erste Spielkonsole überhaupt. Es folgten Atari und Amiga, PC und Mac, die Nintendo-Konsolen, schließlich Playstation und Xbox.

Immer wieder jedoch verschwinden Spiele in der Versenkung. Erst 2014 buddelten Filmemacher einen Schatz in der Wüste New Mexicos aus: Dort hatte die Firma Atari im Jahr 1983 ihr im Verkauf geflopptes Spiel „E.T.“ lastwagenweise vergraben. „Aus Sicht eines Computerspielehistorikers ist es zum Teil entsetzlich, was da passiert“, sagt Jochen Koubek, Medienwissenschaftler an der Uni Bayreuth. Er betreut den deutschlandweit ersten Studiengang der Computerspielwissenschaften.

„Lange Zeit galten Computerspiele auch bei den Firmen selbst als reines Konsumgut, nicht als Kulturgut“, sagt Koubek. Die Filmindustrie habe ein vergleichbares Problem gehabt: Als in den 70er Jahren das Interesse an Filmen aus den Anfängen des Kinos aufflammte, waren viele Filmrollen bereits verrottet. Ein immenser Verlust für Fans und Wissenschaft – weil die Archivierung zu spät begann.

„Noch haben wir die Chance, sehr viel zu bewahren, aber im Moment ist alles vom Engagement der Fan-Szene abhängig – es ist weder systematisiert, noch wird es öffentlich gefördert“, sagt Koubek. Das Urheberrecht bilde zudem für die wenigen Museen oft eine unüberwindbare Hürde. Auch in Dortmund und Berlin müssen die Museen mit jedem Rechteinhaber einzeln abklären, ob sie beispielsweise ein Spiel mit Kopierschutz von einer zerfallenden Diskette retten dürfen.

„Das ist ein extrem hoher Aufwand“, sagt Andreas Lange, Gründer des Computerspiele-Museums Berlin, das in diesem Jahr erstmals 100 000 Besucherinnen und Besucher begrüßte. Rechteinhaber seien häufig nicht mehr zu finden. „Verwaiste Werke“ nennt das die Gesetzgebung – wenn es um Filme, Musik oder Bücher geht. „Computerspiele kommen aber im Gesetz nicht vor“, sagt Lange. Mithilfe eines eigens gegründeten europäischen Verbands für Computerspielemuseen bemüht er sich, das zu ändern. Bis die Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, wird sich aber auch das Museum in Dortmund mit dem Urheberrecht auseinandersetzen müssen, um digitale Spielegeschichte einem öffentlichen Publikum präsentieren zu können.

WLAN für den C64

C64 WLAN Modul

C64 WLAN Modul

Stolze C64-Besitzer können ihren geliebten „Brotkasten“ jetzt sogar mit einem WLAN-Modul ausstatten. 150 Dollar will der Entwickler dafür haben.

 

1982 kam er auf den Markt – der bei vielen heißgeliebte Commodore 64 oder C64. Bei vielen wurde er auch liebevoll Brotkasten genannt und erreichte in der 8-Bit Ära Kultstatus. Beliebt war er bei Musikern wie Chris Hülsbeck wegen SID dem Soundchip mit 3 Kanälen – mit dem unvergessene Melodien produziert wurden.

 

34 Jahre nach dem Produktionsbegin  des C64 hat Leif Bloomquist im Rahmen der Tagung World-of-Commodore im kanadischen Ontario ein WLAN Modul vorgestellt. Dank dieses Moduls kann ein C64 jetzt in einem aktuellen Netzwerk eingesetzt werden. Als Basis für sein WLAN-Modul setzt er einen Arduino-kompatiblen MicroView samt OLED-Display ein.

 

Das WLAN Modul hat einen Kostenpunkt von 150 Dollar und wird direkt über die Webseite von Leif Bloomquist verkauft. Einen richtigen Wbshop gibt es allerdings nicht. Wer ein Commodore Fan ist und an dem Modul interessiert ist, muß einem PayPal.me Link zu folgen. Zusätzlich empfiehlt der Hersteller einen USB-Programmer für weitere schlappe 20 Dollar zu kaufen.

 

Wie sinnvoll die Anschaffung eines WLAN-Moduls für einen 33 Jahre alten Computer ist, muss jeder an dieser Stelle natürlich selbst entscheiden. Interessant ist es aber allemal, dass Fans des Heimcomputers sich noch immer so ausgiebig mit dem C64 beschäftigen. Wer das WLAN-Modul von Bloomquist im Einsatz erleben möchte, kann sich hier ein Testvideo des „Scene World Magazine“ ansehen:

 

Commodore WiFi Modem review

Links:

  1. WLAN Modul C64 bei Leif Bloomquist

Retro News – Verbesserte Emulatoren für Amiga und C64 sind erschienen

Die italienische Firma Cloanto hat ihre kommerziellen Emulationspakete Amiga Forever und C64 Forever aktualisiert und den Amiga unter anderem mit PowerPC-Emulation ausgestattet.

Heute sind die neuen Versionen für Amiga Forever und C64 Forever erschienen. Beide Versionen der kommerziellen Emulationspakete der italienischen Firma Cloanto erhalten gewichtige Neuerungen.

Wichtigste Neuerung bei Amiga Forever ist die PowePC Emulation, in der man nun auch das von Hyperion Entertainment entwickelte AmigaOS 4.1 Final Edition for Classic installieren und ausführen kann. Amigas liesen sich anno dazumal mit diversen PPC Beschleunigerkarten auf Trab bringen. Letztes Jahr erhielt die PPC Emulation im Amiga Emulator UAE Einzug. Auf diese Version setzt nun Cloanto sein Paket Amiga Forever. Cloanto verspricht auch besseren Umgang mit Peripheriegeräten (Serielle Schnittstellen, Drucker und MIDI-Interfaces) und aktualisierte Anwenderpakete.

 

Eine weitere Neuerung beider Pakete (Amiga und C64 Forever für Windows) ist die Unterstützung hochauflösender High-DPI-Displays (4k, Retina) und erlaubt es sowohl Amiga- als auch C64 Konfigurationen unter der selben Oberfläche zu vereinen, sofern beide Pakete installiert sind.

 

C64 Forever gibt es als kostenlose, aber eingeschränkte Express Edition, als herunterladbare Plus Edition für 15 Euro und als Boxed Plus Edition für 20 Euro.

 

Amiga Forever hingegen wird akls Value Edition für 10 Eurom Plus Edition für 20 Euro und Premium Edition für 50 Euro (inklusive Video DVDs über die Amiga Geschichte) ausgelifert.

 

Cloanto liefert bei beiden Paketen die entsprechenden lizenzierten ROMs der klassischen Systeme mit. Wer das aktuelle AmigaOS 4.1 nutzen möchte, muss es separat bei Hyperion Entertainment erwerben.

Links

  1. Amiga Forever
  2. C64 Forever

Von Spielkonsolen, Heimcomputern und den passenden Eingabegeräten

Für das lange Sommerloch 2015 habe ich mir wieder mehrere Bücher angeschaft. Zwei an der Zahl um genau zu sein. Beides sind eher als Nachschlagewerke gedacht. Ersteres heißt Spielkonsolen und Heimcomputer 1972 bis 2015 und ist derzeit in der  fünften erweiterten Auflage erhältlich. Das zweite nennt sich schlicht und einfach Joysticks – Eine illustrierte Geschichte der Game-Controller 1972 bis 2004.

Winni Forster

Beide Titel sind von Winnie Forster herausgegeben worden, im Laufe seiner Karriere schon seit 1982 am Computer saß und seit den 90er Jahren in der Videospielbranche tätig ist. Er war leitender Redakteur bei PowerPlay und Redaktionsleiter bei Cybermedia. Aktuell schreibt er auch für die deutsche Ausgabe des RetroGamer.

Spielkonsolen und Heimcomputer

Spielkonsolen und Heimcomputer

Spielkonsolen und Heimcomputer

Diesen Titel des Gameplanverlages kann man durchaus eher als Nachschlagewerk verstehen anstatt als Büchlein, welches man von vorn bis hinten durchliest. Der Preis mit 27,80 Euro ist auf den ersten Blick ganz schön happig. Blättert man das Buch durch, fallen dem geneigten Leser die vielen Farbabbildungen und etliche durchgängig farbig gedruckten Seiten auf. Durch die vielen Farbfotos auf über 260 Seiten ist der Preis schon gerechtfertigt. Das Buch fühlt sich beim ersten Durchblättern schon hochwertig an, die Kapitel kommen in Magazinoptik daher – mattes Hochglanzpapier eben. :x

Das Buch beginnt Anfang der siebziger Jahre und beschreibt die Aufbruchstimmung bei den Spiel-Automaten und setzt dann direkt bei den ersten Konsolen von 1972 ein. Chronologisch werden über 500 Geräte präsentiert, von unbekannten „Dingern und Machwerken“ wie Fairchild II über die Bestseller von Commodore und Atari bis hin zu aktueller Spielehardware wie der XBox One und dem Apple I-Phone vorgestellt. Jede Hardware wird auf einer bis maximal sechs Seiten vorgestellt, dazu gibts Farbfotos der Konsole oder des Computers und eben recht bekannten Spielen dazu

Jede Hardware Ära hat einen kurzen Vorspann, in dem die Neuerungen beschrieben werden. So wird der Beginn der Automatenära beschrieben, dann die 8-Bit Ära und so weiter bis ins 21. Jahrhundert.

Fazit: Für jeden Retro-Fan eine Pflichtlektüre fürs Bücherregal. Als Nachschlagewerk oder zum Blätter immer gut geeignet wegen der Vielfalt der Infos und der guten Übersichtlichkeit.

Joysticks - Eine illustrierte Geschichte der Game-Controller 1972 -2004

Joysticks – Eine illustrierte Geschichte der Game-Controller 1972 -2004

Joysticks – Eine illustrierte Geschichte der Game-Controller 1972-2004

Winnie Forster und Stephan Freundorfer, die beiden Herausgeber dieses Titels, konnten es augenscheinlich nicht lassen, im Titel eine Anspielung auf Stephen Hawkings Werk (Eine illustrierte Geschichte der Zeit) zu machen, zumindestens hat das für mich so den Anschein.

Mit diesem Band hält man ein schmaleres Buch mit 140 Seiten in der Hand. Der Preis ist mit 17 Euro 80 für dieses Buch in magazindicke wieder etwas hoch, dafür aber auch wieder qualitativ verarbeitet – Mattes Hochglanzpapier. Die Gamecontroler sind wieder zeitlich chronologisch geordnet von den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bis zu den frühen Jahren des 21. Jahrhunderts. Gezeigt wird auch so manches kurioses oder auch Verkaufsflopp. Beispielsweise das Joyboard der Firma Amiga Inc., welches durch den Guru-Meditationsfehler in die Analen der Computergeschichte eingegangen ist.

Kurze Geschichte am Rande Das Joyboard muß so

Amiga Joyboard

Amiga Joyboard

um ’84 auf den Markt gekommen sein, als Steuerungsgerät für Atarikonsolen. Leider gabs schon während der Veröffentlichung des Gerätes Spiele und Konsolencrash, den Commodore und Atari ausgelöst haben. Sinkende Konsolenumsätze bei Atari liesen diese Steuerung kurzerhand floppen. Also nahm man die Geräte bei Amiga um zu meditieren. Das Joyboard selbst kam rund zwei Jahrzehnte vor Nintendo mit dem Wii Balance-Board heraus. Es ist eine Wippe, die man in 8 Richtungen drücken konnte und nur grobmotorisch mit vollem Körpereinsatz bedienen konnte. Spiele dafür gabs kaum, weil just in Moment der Fertigstellung der Konsolenmarkt crashte. Allerdings war man schon in der Entwicklung des Amigas vertieft und es sollte zu dem neuen Computer auch gleich ein Betriebssytsm entwickelt werden. Aber so eine Neuentwicklung ist nicht immer problemlos. Immer wenn irgendein Softwarefehler auftrat, schlossen die Entwickler ein Joyboard an und setzten sich drauf. Nun war es an der Zeit so still zu sitzen wie ein meditierender Guru, um den Zeiger auf dem Bildschirm nicht zu bewegen. Das soll die Entwickler entspannt haben und bei den Lösungen anstehender Probleme geholfen haben. Daher gabs dann später bei Softwarefehlern statt den schnöden Namen Error die Guru Meditation, ein Synonym dafür, daß der Computer sich aufgehängt hat.

Weiter im Text: Das vorliegende Buch über Joysticks ist recht leicht und schmal und passt auch noch schnell in jeden Reisekoffer. 140 Seiten mit Farbfotos bringen recht übersichtlich und leicht verdaulich die wichtigsten Fakten (leider nicht die gerade eben geschriebene Annekdote) dem Leser nahe. Für jeden, der schon das oben beschriebene Buch über Konsolen und Heimcomputer besitzt eine ideale Ergänzung zum Stoff.

 

Links und Quellen

Ein lieben Dank auch an Winnie Forster von Gameplan, der mir für den Artikel die Coverscanns zur Verfügung gestellt hat.

Kurz gemeldet – Nachfolger des C64 soll als MEGA65 erscheinen

Mega65 - Alt: Das Gehäuse orientiert sich eng am Vorbild und widerspricht momentanen Design-Trends bei Desktops

Mega65 – Alt: Das Gehäuse orientiert sich eng am Vorbild und widerspricht momentanen Design-Trends bei Desktops

Der C65 war bei Commodore eigentlich als Nachfolger des legendären Brotkasten C64 gedacht und wurde auch als solcher entwickelt. Erschienen ist er damals nie, weil schon die 16-Bit Sparte in den Startlöchern stand. Nun wollen einige Hersteller den C65 als Mega65 weiterentwickeln, der seinen Homcomputervorgänger übertrifft.

Commodore war für seine legendären Homecomputer bekannt. PET, C64, VC20 nur um einige zu nennen. Nun hat das hat das Museum of Electronic Games & Art auf seiner Projektseite angekündigt, den Mega65 zu entwickeln – einem Computer, der sich an dem nie erschienenen Commodore 65 orientiert.

Back to the Roots

Der Mega65 wirkt mit seiner Ausstattung heutzutage schon recht fehl am Platze. Der Blog Vintage is the New Old zeigt die geplanten Hardwarespezifikationen auf. Dazu sollen beispielsweise 128 kBArbeitsspeicher, 32 kB Farb-RAM und ein 48 MHz langsamer FPGA-CPU verbaut werden. Der VIC IV soll als V>ideo-Controller zum Einsatzkommen, der ebenfalls alle Modi des V>ic I, II und II beherrscht.

Anwender können auf drei Grafik-Modi zurückgreifen: 320 x 200 Pixel mit zwei Farben, 160 x 200 Pixel mit vier Farben sowie 1920 x 1200 Pixel mit 256 Farben. Letzterer greift auf den Zeichensatz des Systems zurück. Es gibt unterschiedliche 256-Farb-Paletten für Sprites, Bitplanes und Zeichen.

Via VGA-Ausgang kann man einen Monitor anschließen, der Softwareaustausch geschieht via SD-Karte. Aber auch ein echtes Floppy-Laufwerk soll mit an Bord sein. Weitere Peripherie soll via USB angeschlossen werden und eine Ethernetbuchse soll der Mega65 auch besitzen.

Beim Ton gibts derzeit nur Mono-Ausgabe, Stereo soll folgen. Spieler können zwei Joyszicks an das Gerät anschließen, Aufnahmen weißen auf DE-9-Ports hin.

Retro vom Feinsten

Insgesamt soll dieser 8-Bit Rechner 50 mal schneller sein, als der C64 und gleichzeitig hochgradig kompatipel mit diesem bleiben. Dementsprechend soll das System mit Images im D81- und später auch im D64-Format umgehen können. Für ein vollendetes Retro-Gefühl haben sich die Designer ebenfalls optisch an der Vorlage orientiert, das Gehäuse entspricht eindeutig nicht dem momentanen Desktop-Geschmack.

Wer gerne bastelt, kann sich den Computer zudem auch daheim zusammenschrauben. Das gesamte Design der Hardware und Software liegen als Open-Source-Pläne (LGPL) vor. Alternativ können Interessierte den Rechner auch bei den Entwicklern kaufen. Der endgültige Preis steht jedoch noch nicht fest, angedacht ist eine Veröffentlichung im März 2016.

Links

  1. Projektseite des Museum of Electronic Games & Art – Ankündigung des Mega65
  2. Vintage is the New Old – Spezifikationen des Mega65

Die Lange Nacht der Spiele – Retrocomputing in Leipzig

Letztes Wochende hat es mich zur langen Nacht der Spiele in Leipzig verschlagen. Veranstaltungsort war die Fachhochschule für Informatik und Medien in Leipzig. Zu sehen gab es alles vom Retro-Computing, über Anime und Brettspiele bis eSports und Robotik. Hier ein kurzer Abriss meiner Eindrücke. Es ist schwer überhaupt einen Anfang zu finden, aber ich versuche mein Bestes.

Commodore Logo

Commodore Logo

Als Generation Amiga habe ich mich hauptsächlich im Bereich Retrocomputing herumgetrieben. Zu sehen waren eigentlich viele Homecomputer der ausklingenden 70er Jahre und der 80er Jahre. Beliebte Geräte in Deutschland waren beispielsweise der C64 und verschiedene Homecomputer der Marke Amiga, ebenfalls aus dem Hause Commodore. Hierfür hatte man eigens einen ganzen Unterrichtsraum zur Verfügung gestellt, hauptsächlich mit C64 und einigen Amiga Homecomputern (Amiga1200, Amiga 600). Petro Tyschtschenko hatte hier auch seinen Stand, an dem er sein Buch (ich berichtete in einem früheren Artikel über dieses Buch) verkaufte und signierte. Zuweilen stand er auch für Fragen über Commodore und Amiga, die er wahrscheinlich schon gefühlt zum tausendmillionsten Mal beantwortet hatte, zur Verfügung. Zwischenzeitlich hatte er noch zwei Vorträge über seine Arbeit bei Commodore und nach dem Fall des Computerriesen. Allerdings habe ich mich auch auf den Prototypen des Amiga Walker gefreut, aber Petro hatte den daheimgelassen, weil er dachte es geht nur um Spiele. Daher hatte er nur einen C64 und einen Amiga 1200 aufgebaut und Software gezeigt.

 

Atari Logo

Atari Logo

Leichte Zweifel über den friedlichen Verlauf dieses Events kamen mir auf, als ich vorm Eingang der Commodore-Lounge vier oder fünf Atari ST aufgebaut sah. Es geht ja die Geschichte herum, daß Jay Miner mit seiner Firma Hi Torro, die ja später in Amiga umgetauft wurde, bei der Firma Atari einen anständigen Kredit aufnahm, um die Weiterentwicklung des Amiga zu Finanzieren. Mittlerweile war ja irgendwann um 1984/85 Commodoregründer Jack Tramiel zu Time Warner gewechselt und übernahm die Spielautomatensparte Atari, eben jener Firma, die Amiga Geld lieh (das muß aber noch vor Tramiels Antritt bei Atari gewesen sein). Als er sah, daß Amiga ihm Geld schuldete, wollte er die kleine aufstrebende Computerfirma einfach kassieren und aufkaufen (wegen der super Grafik Chips, die Atari in eigene Geräte bauen wollte). Commodore kam an und bot mehr für Amiga – übernahm damit auch gleich die ganze Firma. Was folgte war ein langer und erbitterter Streit um Lizenzen und angeblich verletzter Patente. Das ganze uferte, gerade bei den Fans der beiden Computermarken zu einem Glaubenskrieg aus. Aber das sind olle Kamellen, die Commodore-Fans und Atari-Fanboys saßen bei ihrem Retrocomputing-Hobby jedenfalls einträchtig nebeienander.

Hauptsächlich habe ich mich im Bereich des Retrocomputing aufgehalten. Für jede Computer- und Konsolenmarke gabs ein eigenes Zimmer. Von Atari über Sega, Schneider CPC, Spectrum ZX, Teleco und PCs mit einem Alter von bestimmt 30 Jahren gabs eigentlich jede Menge erhaltener und funktionsfähiger Geräte zu sehen. Besucher wurden sogar angehalten, lauffähige Spiele und Software auszuprobieren. Gerade bei den jungen Besuchern und Besucherinnen kam das recht gut an. Auf den Gängen sah man auch eigene selbstgebaute Arcadeautomaten, die auf Standard PC-Technik basieren. Auch für etwas weniger aktuelle Konsolen (XBox) wurden spezielle Steuerungssysteme vorgestellt. Leider habe ich es vermasselt ein Bild davon zu machen.

C64 mit selbstgebauten Erweiterungen - 160 GB Festplatte und CD-Brenner im Gehäuse eines 1541 Floppy-Laufwerkes von Commodore

C64 mit selbstgebauten Erweiterungen – 160 GB Festplatte und CD-Brenner im Gehäuse eines 1541 Floppy-Laufwerkes von Commodore

Einige Aussteller beim Retrocomputing sind versierte Bastler. So wurden beispielsweise Minicomputer wie der Rhaspberry Pi oder Arduino als Konsolen für alte Retrogames hergerichtet, oder moderne PC-Technik, wie beispielsweise Festplatten und CD-Brenner in Gehäuse des alten Commodore 1541 (ein 5,25 Zoll Floppylaufwerk) gebastelt und via haarsträubender Verkabelung an den legendären C64 angeschlossen. Von dort aus konnte der Besitzer dieses Gerätes seine Softwareschätze starten und  den Besuchern vorführen. Auch modernere Steuerung von Zeiten der Playstation wurde mittels Eigenbau an den C64 angeschlossen.

 

Neben vielen Ausstellungsstücken gab es auch von 15 Uhr bis nach 0 Uhr kürzere und längere Vorträge zu hören, über alte Retrotechnik, Petro über seine Arbeit bei Commodore und alles was danach folgte, Spielefirmen, die vor 20 oder 30 Jahren auf den alten System ihre Blütezeit hatten, wie man mit modernen Mitteln (Hard- und Software) noch für die alten Geräte Games programmieren kann und und und…

Das verlorene Königreich - Die Stadt Strehl

Das verlorene Königreich – Die Stadt Strehl

Weiter auf der Retrostrecke, konnte ich noch mit den Jungs von der RPG-Schmiede Leipzig unterhalten. Die beiden entwickeln mit dem RPG-Maker ein Kachel-Rollenspiel mit dem Namen „Das verlorene Königreich.“ Die Helden des Spiels , also die Spielfiguren, die man dort steuern darf, müssen in verschiedenen Quests ein Königreich vor einigen Fieslingen beschützen. Noch ist das Spiel allerdings nicht fertig, es müssen noch verschiedene Quests und Handlungsstränge eingebaut werden und selbst noch an bereits vorhandenem gefeilt werden. Die Grafik erinnert ein bisschen an frühe Rollenspiele, wie Ultima I, Zelda, frühe Final Fantasy-Teile und co, das Kampfsystem wurde an Final Fantasy angelehnt. Spielbare Demos stehen bereits auf der Projektseite der RPG Schmiede Leipzig zum Download bereit.

Fazit

Ich hoffe, daß ich nächstes Jahr bei der Spielenacht in Leipzig sein kann und das für den gesamten Abend und die halbe Nacht. Sehenswert war das alle mal, für einen Nachmittag allerdings zuviel. Gerade auf der Retrocomputingstrecke herrschte eine eher familiäre Stimmung. Aussteller gaben gern Auskünfte über ihre Systeme und Basteleien, Fotos waren sogar ausdrücklich erwünscht. Sämtliche Links zur Spielenacht und vorgestellten Projekten befinden sich wie immer ganz am Ende des Artikels.

Amiga 1200

Amiga 1200

Amiga 600

Amiga 600

Der Amiga 500

Der Amiga 500

Amiga Walker - Bild mit freundlicher Genehmigung von Petro Tyschtschenko

Amiga Walker – Bild mit freundlicher Genehmigung von Petro Tyschtschenko

Petro Tyschtschenko bei der langen NAcht der Spiele in Leipzig

Petro Tyschtschenko bei der langen NAcht der Spiele in Leipzig

Links

 

  1. Die Lange Nacht der Spiele in Leipzig bei der Schreibfabrik
  2. Die lange Nacht der Spiele in Leipzig – Facebook
  3. Projektseite der RPG Schmiede Leipzig
  4. Facebookseite der RPG Schmiede
  5. Petro Tyschtenkos Buchwebseite
  6. Ein Insider packt aus – Petro Tyschtschenkos Buch über Commodore und Amiga @Medienspürnase

Ein Insider packt aus – Petro Tyschtschenkos Buch über Commodore und Amiga

Cover Petros BuchNach längerer Buchabstinenz hier im Blog – über ein halbes Jahr ist’s her als ich das letzte Buch vorgestellt habe – möchte ich ein über neue Lektüre schreiben. Es ist auch vor einem halben Jahren erschienen und handelt wieder einmal von einer recht namhaften Firma, von der ich letztes Jahr auch schon schrieb. Petro Tyschtschenko hat eine Autobiografie über seine fast zwanzigjährige Arbeit mit den Produkten von Commodore und speziell dem Amiga beschrieben, hat die Konkurse zweier Firmen gewissermaßen überlebt und gemanaged und verkaufte bis 2001 noch Amigas ins Ausland.

An dieser Stelle möchte ich aufhören zu spoilern und statt dessen ein paar Worte zum Buch schreiben. Gut Zwanzig Jahre nach dem Konkurs von Amiga hat Petro Tyschtschenko sein Buch herausgebracht, in dem er sein Leben und seine Arbeit in Österreich und Deutschland beschreibt, später dann seine Tätigkeiten als Leiter der Materialwirtschaft bei Commodore und als Logistikleiter von Commodore Europa.

Das alles bringt Petro in einem ca DIN-A5 großem Buch auf 200 Seiten unter. Allerdings merkt man schon beim Lesen der ersten Seiten, daß Petro ein Vollblutmanager war und ist. Er hat versucht das Buch verständlich zu schreiben, aber einige Ausdrücke erschließen sich erst dann, wenn man selbst schon Erfahrung im Management hat. Bis auf ein paar dieser Ausdrücke liest sich das Buch recht flüssig und es kommen einige Details zu Commodore (Deutschland), ESCOM und Amiga Technologies herüber, die man so nicht mitbekommen hat. Das größte Augenmerk liegt bei Commodore in Deutschland und Europa.

Farbfotos lockern das gesamte Buch ein wenig auf und in den Anhängen hat Petro Tyschtschenko einige Dokumente aus seinem privaten Archiv abgedruckt, dazu ein paar Statistiken zu den Geschäftszahlen von Commodore. Bei den Statistiken muß man wieder ein bisschen von Management und Unternehmensführung verstehen, damit diese Zahlen sich dem Leser voll entfalten.

Fazit

Für Fans der Marken Amiga und Commodore ist dieses Buch empfehlenswert. Es bietet schon tiefere Einblicke in die Strukturen zweier größerer Unternehmen hier in Deutschland und Europa. Allerdings hätte ich gern etwas mehr zu den Ursachen zum Fall von Commodore gelesen, zumal der Autor auch die Unternehmensleitung aus Übersee persönlich gekannt hatte und dadurch sicherlich ein paar interessante Einblicke bei Commodore International hatte. Auch wurde Petro in Europa zu einer Strafe von 189 Millionen Dollar verklagt. Die Prozesse erwähnt er leider nur am Rande. Schade daß da nicht mehr dazu im Buch steht. Erhältlich ist dieses Buch für 24,90 Euro zuzüglich 3 Euro Versandkostenpauschale auf Petros Website http://www.petrosbook.com/

Anbei möchte ich mich noch bei Petro bedanken, der mir die Bilder nach kurzem Mailkontakt für diesen Artikel bereitgestellt hat.

Petro Tyschtschenko stellt sein Buch vor

Petro Tyschtschenko stellt sein Buch vor

Links

http://www.petrosbook.com/

Moderne SD-Karten treffen Computer-Oldies von Commodore

SD2IEC

SD2IEC

Der Diskettenemulator SD2IEC von Ingo Korb (Firmware/Software) und Lars Pontoppidan (Hardware) macht es möglich. Er dient als Diskettenlaufwerk für betagte Computer von Commodore.

Tatsächlich ist der SD2IEC ein modernes Erweiterungsgerät für Computer von Commodore – C16, C64, C116, C128, VC20 und Plus/4. Es emuliert alte Disketten in den Dateiformaten .D64 und .D71 für die 5,25-Zoll-Diskettenstationen 1541 und 1571 sowie .D81 für die 3,5-Zoll Floppy 1581 von Commodore. Strom bezieht es je nach Ausführung entweder vom Kassettenanschluss, dem Userport oder einem beigelegten USB-Netzteil. Angeboten wird das Gerät von der Firma The Future was 8 bit in verschiedenen Variationen mit unterschiedlicher Gehäusen in Diskettelaufwerksoptik und verschiedenen Anschlussmöglichkeiten an.

Das mit einem AT mega1284 ausgestattete Gerät kann mit einzelnen Schnellladern wie Jiffy-DOS, dessen Software-Pendant SJLOAD, Final Cartridge III oder Ladeoutinen von Epyx zusammenarbeiten und so Ladezeiten verkürzen. Weiterhun funktioniert das sehr beliebte Mogelmodul Action Replay von Datel.

Will man ein eine Imagedatei einer Diskette von SD-Karte laden, muß man Commodore-Basic bemühen. Zusätzlich beherrscht der Emulator einige Übergabebefehle, um die Verzeichnisstruktiur der SD-Karte zu inspizieren. Ein grafisches Frontend (eine GUI für Grafisches User-Interface) läßt sich aktivieren um das ganze via Dateimanager zu erledigen. Sind Anwendungen auf mehreren Disketten verteilt, gibt es an der Geräterückseite eine Taste, die diese Images nacheinander durch. Diese Diskettenabilder müssen dazu allerdings im selben Verzeichnis liegen und in der Textdatei AUTOSWAP.LST eingetragen sein.

Anwendungen lassen sich auf dem Commodore starten, indem man das passende Image-Verzeichnis aufruft, mit dem Schalter zum gewünschten Disketten-Image wechselt und das Programm über Basic startet. Die vordere Taste auf der Oberseite des SD2IEC setzt das Gerät auf die oberste Verzeichnisebene der Speicherkarte zurück. So starten viele Programme und auch das Betriebssystem GEOS. Boot-Programme mit komplizierten Schnellladeroutinen, die eine vollständige Emulation eines Laufwerks vorraussetzen, funktionieren hingegen nicht. Dafür entschädigt, dass der Disketten-Emulator mit Programmen im PRG-Format zusammenarbeitet. In diesem Format, welches nicht durch die Größe einer Diskette beschränkt wird, erscheinen beispielsweise neu entwickelte Anwendungen. Zudem versteht sich das Gerät auch mit Mehrdisketten-Software, die in eine M2I-Datei verpackt wurde, um den Wechsel von Disketten-Images zu vermeiden. Trotz unvollständiger 1541-Emulation baut das SD2IEC eine bequeme Brücke zum Datenaustausch zwischen Commodore-Oldies und aktuellen Systemen.

Preislich liegt der SD2IEC bei 41 Euro.

Links

www.sd2iec.co.uk

Play Retro – Yuppi’s Revenge

Seit ein paar Tagen ist das teure Weihnachtsfest vorbei und das neue Jahr ist noch jung. Viel Geld wurde ausgegeben um beide Feiertage ordentlich zu feiern. Jetzt muß ersteinmal wieder Geld verdient und erarbeitet werden, im realen Leben und virtuell natürlich auch. Dazu habe ich mal wieder meinen alten Amiga 500 ausgepackt und einen alten Klassiker von Ariolasoft angespielt, auch um mir die langweilige Zeit zwischen den Feiertagen zu vertreiben. Diesen habe ich anschließend ins ADF Format konvertiert, damit dieser am PC spielbar wird.

Es geht um das Retro-Game Yuppi’s

Yuppis Revenge - Hauptmenue

Yuppis Revenge – Hauptmenue

Revenge. Die Story dazu ist simpel. Als Ölmagnat baut ihr auf Ölfeldern in Mexiko, Arabien, Venezuela und auf Sumatra Bohrtürme. Das so gewonnene Öl befördert ihr mit Tankern nach New York oder Rotterdam, wo es gewinnbringend verkauft wird. Mit dem gewonnenen Geld erschließt ihr weitere Ölquellen und kauft größere Öltanker. Zudem sitzt der Vorstand euerer Firma euch im Nacken und fordert ständig, Anteile in Form von Aktien eurer Firma, oder den Firmen eurer maximal 3 Konkurenten zu investieren.

Das Spiel kam 1988 auf dem Amiga 500 und unter anderem auf dem C64 auf den Markt. Es ist eine reine Wirtschaftssimmulation ohne viel Schnickschnack, die aber dennoch viel Spaß macht. Man denkt häufig Nur noch die eine Ladung Öl abliefern, dann kann ich mir einen größeren Tanker zulegen – oder so ähnlich. Grafisch hat das Spiel den Amiga nicht einmal annähernd ausgereizt. Das Spiel beschränkt sich meist auf ein paar Bildschirme mit Statistiken. Einzig ein Flugzeugstart und eben die Landung wurden animiert, wenn man von einem Land zum anderen fliegt. Die Reiseroute verfolgt man auf einer Weltkarte, in die eine Linie animiert wurde. Achja und eine Animation zeigt auch einen Lift im Luxor Hotel beim Ein- und Auschecken aus eben diesem.

Es können maximal 4 Spieler mitspielen, natürlich nicht im Netzwerk, sondern ganz Retro an einem Rechner. Gewechselt wird Rundenweise, sobald einer der Spieler ins Hotel eincheckt ist der nächste an der Reihe und darf agieren.

Das Spiel ist nun mit Win UAE unter Windows lauffähig und mit passendem Amiga-Emulator natürlich auch auf Linux und Mac-Rechnern.

Links

  1. Download Yuppi’s Revenge
  2. Download WIN UAE

Eine kultige Marke – gut beschrieben – Commodore die Story

Die Commodore Story

Seit einer halben Woche halte ich Die Commodore Story in der Hand und habe über die Hälfte des Büchleins aus dem CSW-Verlag verschlungen. Erzählt wird hier die Geschichte des Unternehmens, welches die legendären Homecomputer Amiga, C64 und PET entwickelt und vertrieben hat. Angefangen hat dabei alles mit Jack Tremiel, einem Polen, der nach der NS Zeit in die USA ausgewandert ist und in der Bronx/New York mit einer kleinen Schreibmaschinenwerkstatt angefangen hat und später die Firma Commodore gegründet hat.

Neben der Firmengeschichte werden auch viele interessante technische Details über Elektronikgeräte der Firma beschrieben, welche Prozessoren verwendet wurden, wer an welchen Computern entwickelt hat und so weiter.

Im Todesjahr Tremiels, 2012, kam die etwas erweiterte und aktualisierte Fassung dieses Buches heraus. Es richtet sich gerade an jene Computernutzer, die schon etwas älter sind und Produkte von Commodore genutzt haben und damit ihre ersten Erfahrungen in der digitalen Welt gesammelt haben. Damit sind all jene Leute gemeint, die älter als 30 Jahre sind und in den späten Siebzigern und den Achtziger Jahren Homecomputer und Konsolen dieser Firma verwendet haben.

Links

Die Commodore Story – Bei Amazon

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