Kategorien

Artikel-Schlagworte: „Bücher“

Von Spielkonsolen, Heimcomputern und den passenden Eingabegeräten

Für das lange Sommerloch 2015 habe ich mir wieder mehrere Bücher angeschaft. Zwei an der Zahl um genau zu sein. Beides sind eher als Nachschlagewerke gedacht. Ersteres heißt Spielkonsolen und Heimcomputer 1972 bis 2015 und ist derzeit in der  fünften erweiterten Auflage erhältlich. Das zweite nennt sich schlicht und einfach Joysticks – Eine illustrierte Geschichte der Game-Controller 1972 bis 2004.

Winni Forster

Beide Titel sind von Winnie Forster herausgegeben worden, im Laufe seiner Karriere schon seit 1982 am Computer saß und seit den 90er Jahren in der Videospielbranche tätig ist. Er war leitender Redakteur bei PowerPlay und Redaktionsleiter bei Cybermedia. Aktuell schreibt er auch für die deutsche Ausgabe des RetroGamer.

Spielkonsolen und Heimcomputer

Spielkonsolen und Heimcomputer

Spielkonsolen und Heimcomputer

Diesen Titel des Gameplanverlages kann man durchaus eher als Nachschlagewerk verstehen anstatt als Büchlein, welches man von vorn bis hinten durchliest. Der Preis mit 27,80 Euro ist auf den ersten Blick ganz schön happig. Blättert man das Buch durch, fallen dem geneigten Leser die vielen Farbabbildungen und etliche durchgängig farbig gedruckten Seiten auf. Durch die vielen Farbfotos auf über 260 Seiten ist der Preis schon gerechtfertigt. Das Buch fühlt sich beim ersten Durchblättern schon hochwertig an, die Kapitel kommen in Magazinoptik daher – mattes Hochglanzpapier eben. :x

Das Buch beginnt Anfang der siebziger Jahre und beschreibt die Aufbruchstimmung bei den Spiel-Automaten und setzt dann direkt bei den ersten Konsolen von 1972 ein. Chronologisch werden über 500 Geräte präsentiert, von unbekannten „Dingern und Machwerken“ wie Fairchild II über die Bestseller von Commodore und Atari bis hin zu aktueller Spielehardware wie der XBox One und dem Apple I-Phone vorgestellt. Jede Hardware wird auf einer bis maximal sechs Seiten vorgestellt, dazu gibts Farbfotos der Konsole oder des Computers und eben recht bekannten Spielen dazu

Jede Hardware Ära hat einen kurzen Vorspann, in dem die Neuerungen beschrieben werden. So wird der Beginn der Automatenära beschrieben, dann die 8-Bit Ära und so weiter bis ins 21. Jahrhundert.

Fazit: Für jeden Retro-Fan eine Pflichtlektüre fürs Bücherregal. Als Nachschlagewerk oder zum Blätter immer gut geeignet wegen der Vielfalt der Infos und der guten Übersichtlichkeit.

Joysticks - Eine illustrierte Geschichte der Game-Controller 1972 -2004

Joysticks – Eine illustrierte Geschichte der Game-Controller 1972 -2004

Joysticks – Eine illustrierte Geschichte der Game-Controller 1972-2004

Winnie Forster und Stephan Freundorfer, die beiden Herausgeber dieses Titels, konnten es augenscheinlich nicht lassen, im Titel eine Anspielung auf Stephen Hawkings Werk (Eine illustrierte Geschichte der Zeit) zu machen, zumindestens hat das für mich so den Anschein.

Mit diesem Band hält man ein schmaleres Buch mit 140 Seiten in der Hand. Der Preis ist mit 17 Euro 80 für dieses Buch in magazindicke wieder etwas hoch, dafür aber auch wieder qualitativ verarbeitet – Mattes Hochglanzpapier. Die Gamecontroler sind wieder zeitlich chronologisch geordnet von den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bis zu den frühen Jahren des 21. Jahrhunderts. Gezeigt wird auch so manches kurioses oder auch Verkaufsflopp. Beispielsweise das Joyboard der Firma Amiga Inc., welches durch den Guru-Meditationsfehler in die Analen der Computergeschichte eingegangen ist.

Kurze Geschichte am Rande Das Joyboard muß so

Amiga Joyboard

Amiga Joyboard

um ’84 auf den Markt gekommen sein, als Steuerungsgerät für Atarikonsolen. Leider gabs schon während der Veröffentlichung des Gerätes Spiele und Konsolencrash, den Commodore und Atari ausgelöst haben. Sinkende Konsolenumsätze bei Atari liesen diese Steuerung kurzerhand floppen. Also nahm man die Geräte bei Amiga um zu meditieren. Das Joyboard selbst kam rund zwei Jahrzehnte vor Nintendo mit dem Wii Balance-Board heraus. Es ist eine Wippe, die man in 8 Richtungen drücken konnte und nur grobmotorisch mit vollem Körpereinsatz bedienen konnte. Spiele dafür gabs kaum, weil just in Moment der Fertigstellung der Konsolenmarkt crashte. Allerdings war man schon in der Entwicklung des Amigas vertieft und es sollte zu dem neuen Computer auch gleich ein Betriebssytsm entwickelt werden. Aber so eine Neuentwicklung ist nicht immer problemlos. Immer wenn irgendein Softwarefehler auftrat, schlossen die Entwickler ein Joyboard an und setzten sich drauf. Nun war es an der Zeit so still zu sitzen wie ein meditierender Guru, um den Zeiger auf dem Bildschirm nicht zu bewegen. Das soll die Entwickler entspannt haben und bei den Lösungen anstehender Probleme geholfen haben. Daher gabs dann später bei Softwarefehlern statt den schnöden Namen Error die Guru Meditation, ein Synonym dafür, daß der Computer sich aufgehängt hat.

Weiter im Text: Das vorliegende Buch über Joysticks ist recht leicht und schmal und passt auch noch schnell in jeden Reisekoffer. 140 Seiten mit Farbfotos bringen recht übersichtlich und leicht verdaulich die wichtigsten Fakten (leider nicht die gerade eben geschriebene Annekdote) dem Leser nahe. Für jeden, der schon das oben beschriebene Buch über Konsolen und Heimcomputer besitzt eine ideale Ergänzung zum Stoff.

 

Links und Quellen

Ein lieben Dank auch an Winnie Forster von Gameplan, der mir für den Artikel die Coverscanns zur Verfügung gestellt hat.

Ein Insider packt aus – Petro Tyschtschenkos Buch über Commodore und Amiga

Cover Petros BuchNach längerer Buchabstinenz hier im Blog – über ein halbes Jahr ist’s her als ich das letzte Buch vorgestellt habe – möchte ich ein über neue Lektüre schreiben. Es ist auch vor einem halben Jahren erschienen und handelt wieder einmal von einer recht namhaften Firma, von der ich letztes Jahr auch schon schrieb. Petro Tyschtschenko hat eine Autobiografie über seine fast zwanzigjährige Arbeit mit den Produkten von Commodore und speziell dem Amiga beschrieben, hat die Konkurse zweier Firmen gewissermaßen überlebt und gemanaged und verkaufte bis 2001 noch Amigas ins Ausland.

An dieser Stelle möchte ich aufhören zu spoilern und statt dessen ein paar Worte zum Buch schreiben. Gut Zwanzig Jahre nach dem Konkurs von Amiga hat Petro Tyschtschenko sein Buch herausgebracht, in dem er sein Leben und seine Arbeit in Österreich und Deutschland beschreibt, später dann seine Tätigkeiten als Leiter der Materialwirtschaft bei Commodore und als Logistikleiter von Commodore Europa.

Das alles bringt Petro in einem ca DIN-A5 großem Buch auf 200 Seiten unter. Allerdings merkt man schon beim Lesen der ersten Seiten, daß Petro ein Vollblutmanager war und ist. Er hat versucht das Buch verständlich zu schreiben, aber einige Ausdrücke erschließen sich erst dann, wenn man selbst schon Erfahrung im Management hat. Bis auf ein paar dieser Ausdrücke liest sich das Buch recht flüssig und es kommen einige Details zu Commodore (Deutschland), ESCOM und Amiga Technologies herüber, die man so nicht mitbekommen hat. Das größte Augenmerk liegt bei Commodore in Deutschland und Europa.

Farbfotos lockern das gesamte Buch ein wenig auf und in den Anhängen hat Petro Tyschtschenko einige Dokumente aus seinem privaten Archiv abgedruckt, dazu ein paar Statistiken zu den Geschäftszahlen von Commodore. Bei den Statistiken muß man wieder ein bisschen von Management und Unternehmensführung verstehen, damit diese Zahlen sich dem Leser voll entfalten.

Fazit

Für Fans der Marken Amiga und Commodore ist dieses Buch empfehlenswert. Es bietet schon tiefere Einblicke in die Strukturen zweier größerer Unternehmen hier in Deutschland und Europa. Allerdings hätte ich gern etwas mehr zu den Ursachen zum Fall von Commodore gelesen, zumal der Autor auch die Unternehmensleitung aus Übersee persönlich gekannt hatte und dadurch sicherlich ein paar interessante Einblicke bei Commodore International hatte. Auch wurde Petro in Europa zu einer Strafe von 189 Millionen Dollar verklagt. Die Prozesse erwähnt er leider nur am Rande. Schade daß da nicht mehr dazu im Buch steht. Erhältlich ist dieses Buch für 24,90 Euro zuzüglich 3 Euro Versandkostenpauschale auf Petros Website http://www.petrosbook.com/

Anbei möchte ich mich noch bei Petro bedanken, der mir die Bilder nach kurzem Mailkontakt für diesen Artikel bereitgestellt hat.

Petro Tyschtschenko stellt sein Buch vor

Petro Tyschtschenko stellt sein Buch vor

Links

http://www.petrosbook.com/

Eine kultige Marke – gut beschrieben – Commodore die Story

Die Commodore Story

Seit einer halben Woche halte ich Die Commodore Story in der Hand und habe über die Hälfte des Büchleins aus dem CSW-Verlag verschlungen. Erzählt wird hier die Geschichte des Unternehmens, welches die legendären Homecomputer Amiga, C64 und PET entwickelt und vertrieben hat. Angefangen hat dabei alles mit Jack Tremiel, einem Polen, der nach der NS Zeit in die USA ausgewandert ist und in der Bronx/New York mit einer kleinen Schreibmaschinenwerkstatt angefangen hat und später die Firma Commodore gegründet hat.

Neben der Firmengeschichte werden auch viele interessante technische Details über Elektronikgeräte der Firma beschrieben, welche Prozessoren verwendet wurden, wer an welchen Computern entwickelt hat und so weiter.

Im Todesjahr Tremiels, 2012, kam die etwas erweiterte und aktualisierte Fassung dieses Buches heraus. Es richtet sich gerade an jene Computernutzer, die schon etwas älter sind und Produkte von Commodore genutzt haben und damit ihre ersten Erfahrungen in der digitalen Welt gesammelt haben. Damit sind all jene Leute gemeint, die älter als 30 Jahre sind und in den späten Siebzigern und den Achtziger Jahren Homecomputer und Konsolen dieser Firma verwendet haben.

Links

Die Commodore Story – Bei Amazon

Zurück zum Seitenanfang