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Artikel-Schlagworte: „Betriebssystem und Anwendungssoftware“

Kurz gemeldet – ARD startet APP fürs Fernsehen und Googles neue Chromebooks vorgestellt

Ab sofort gibt es im App-Store des geringsten Mißtrauens die kostenlose App Das Erste. In dieser App bündelt ARD ihr TV-Programm. Der geneigte GEZ-Zahler kann über diese App im Live-Stream das aktuelle Fernsehangebot der ARD anschauen. Weiterhin bietet die Anwendung fürs Smartphone Aufzeichnungen von Sendungen wie Tatort. Die App ist derzeit für Geräte mit Android oder wahlweise mit dem angebissenen Apfel verfügbar.

Neue Laptops mit dem Betriebssystem Chrome-OS bringt Google auf den Markt und geht somit in die Offensive auf dem PC-Markt. Sogenannte Chromebooks sollen in sechs Ländern vertieben werden. Für Deutschland gibt es Modelle von Samsung und Acer. Das kürzlich vorgestellte Chromebook Pixel ist noch nicht erhältlich. Die neuen Geräte sollen zeitgleich in Australien, Kanada, Frankreich, Irland, Niederlande und Deutschland auf den Markt kommen.

Kurz gemeldet – Opensuse 12.3 ist verfügbar

Seit 15 Uhr ist die neueste Version von Opensuse, mit der Versionsnummer 12.3 zum Download verfügbar. Neuerungen gibt es schon ein paar. Suse Linux 12.3 basiert seit heute auf einem recht frischen Kernel mit der Versionsnummer 3.7. Das Dateisystem CIFS SMB 2.1 wird vollständig unterstützt und NFS4 ist dem experimentellen Stadium entwachsen. MD RAID bringt die TRIM-Operation mit sich.

Die Umstellung auf systemd ist fertiggestellt und SysV wird nicht mehr unterstützt. Die Entwickler übertragen durch die Nutzung von systemd 195 diverse Aufgaben an das neue System, das ab sofort unter anderem für Suspend und Hibernate verantwortlich ist.

Komplett neu im System ist eine UEFI Unterstützung und eine SecureBoot Unterstützung in der experimentellen Phase. Suse unterstützt jetzt auch ARMv7 und die ARM 64-Bit Architektur.

Neuerungen gibt es auch bei der Aktualisierung verwendeter Systeme und Systemanwendungen. Pulse Audio zum Beispiel wurde auf die Version 3 angehoben. Damit wurderd die Unterstützung von über Bluetooth angebundenen Audioquellen verbessert, was die Qualität von AD2P erhöht und einen Virtual-Sorround mit sich bringt. Im Systembereich erlaubt das Tool snapper einem regulöären Anwender einen Snapshot des laufenden Systems anzufertigen. Zypper zeigt den Fortschritt einer Installation an und PackageKit-Backend wurde von Grund auf erneuert. Die Entwickler haben das Update-Werkzeug Apper komplett überarbeitet, so daß es nun reibungslos mit der Packagekit-API zusammenarbeiten kann.

Opensuse 12.3 bringt als Standard-Desktop KDE 4.10 mit sich, der nicht ganz so taufrisch ist. KDE wird mit Sicherheit später auf die Version 4.10.1 geupdatet werden. Verbesserungen wurden hier an Nepomuk und verschiedenen Plasma-Komponenten vorgenommen. KWin enthält nun eine Integration von Get Hot New Stuff mit der man zusätzliche Scripte und Effekte aus dem Netz herunterladen und installieren kann.

Neben KDE 4.10 kommt auch Gnome 3.6 daher. In der Gnome-Shell wurden diverse Veränderungen eingebaut, die es dem Nutzer erleichtern GNOME Shell zu nutzen. Beispielsweise gibts einen Gitter-Button in der Taskleiste (Dash) der es dem Nutzer erleichtert zu verschiedenen offenen Anwendungen zu wechseln. Die Eingabe von Suchbegriffen wird durch das Hervorheben der Suchleiste vereinfacht. Weiterhin wurden die Benachrichtigungen überarbeitet, die eine eigene Leiste am unteren Bildschirmrand haben. Die Benachrichtigungen selbst können geschlossen werden, und einige davon bieten die Möglichkeit, direkt auf sie zu reagieren, beispielsweise durch Eingabe einer Antwort in einem Instant-Messanger. Zwei neue Programme wurden in GNOME aufgenommen. Das eine, Boxes, verwaltet und führt virtuelle Maschinen aus. Clocks ist das Zweite und stellt Weltuhren, Alarme und Timer zur Verfügung.

Wieder mit von der Partie sind XFCE mit neuem Dateimanager, LXDE, E17 und Sawfish. Neu hinzugekommen ist der awesome Window Managet. Alle Systeme können auf die neue Input-Methode Mozc zugreifen. Der GNU-Debugger gdb wurde auf Version 7.5 aktualisiert und PostgreSQL wird in der Version 9.2 mitgeliefert. MySQL wurde durch MariaDB ersetzt.

Libre-Office ist in der version 3.6 enthalten und laut den Entwicklern soll Suse 12.3 alles mit bringen, um dem System ein Upgrade auf die aktuelle Version 4.0 von Libre-Office zu spendieren.

Die Live-Medien mit KDE und GNOME sind überarbeitet worden und für USB-Sticks optimiert worden. Sie sind jetzt um die 900 MByte bis 1000 MByte groß.

Windows 8 steht in den Startlöchern

Seit knapp 2 Jahren ist es bekannt, daß die Redmonter Softwareschmiede mit ihrem Leitprodukt Windows ganz neue Pfade erkunden möchte. Am 26. Oktober, kommende Woche, ist es nun soweit. Windows 8 hat an diesem Tag seinen Relasetermin

Die wohl bekannteste und meistdiskutierteste Neuerung ist die neue Oberfläche namens Metro. Installierte Apps stehen hier als berührungsempfindliche Kacheln da. Standartanwendungen wie Office und Browser, aber auch der Mediaplayer reagieren damit auf Gesten. Wer bisher noch kein Smartphone oder einen berührumgsempfindlichen Bildschirm hat, muß die ganzen Gesten erlernen, für jemanden, der mit Tablets groß geworden ist, wird Win8 intuitiv benutzbar.

Dank Metro wird Windows zu einem Universal-Betriebssystem. Es kommt auf Smartphoenes mit ARM-Technologie daher, aber auch auf Tablets, Hybridgeräten, All-in-one-Geräten mit berührungsempfindlichen Bildschirmen, Notebooks und Desktop PC’s. Bei All-in-One Geräten mit großem Display und Desktop PC’s wird das Gewische mit den Gesten allerdings recht schnell ermüdend. Deswegen bietet Microsoft den bisher gewohnten Desktop an. Allerdings hat man mit dieser Version den Start-Knopf in der linken unteren Ecke begraben. Ein Betriebssystem mit Gestensteuerung auf einem All-in-One Gerät mutet für einen älteren Menschen recht sexy an, da er nicht mehr umständlich mit der Maus hantieren muss, sondern einfach gleich das antippt und drückt, was er so oder so drücken wollte. Da fällt schwieriges Mausgeschubse und nerviges Zielen mit dem Mauszeiger gleich ganz weg… würde der Arm beim Wischen, Fingern und Betouchen auf einem großen Touchscreen nicht gleich einschlafen.

Nachruf an den Startknopf:

Ruhe in Frieden, auf Amerikanisch: Rest in Peace geliebter Startknopf. Alteingesessene Windowsuser werden dich vermissen, denn du warst das A und das O, das Alpha und das Omega einer jeden Windowssitzung. Man klickte dich als Erstes ganz lieb, nach dem Windows hochgefahren war, um seine Anwendungen zu starten. Man klickte dich als Letztes, um Windows wieder schlafen zu legen. Wir werden dich vermissen… Auf ewig

Anwendungen muß man so erst lange über die Such-Funktion finden, oder man installiert sich ein Tool aus dritter Hand, welches ein Start-Menü generiert.

Nach meiner Meinung setzt Microsoft zu stark auf Mobilgeräte und vernachlässigt Workstations in Büros und der Industrie, sowie hochgezüchtete Gaming-PC und performante Rechner für diverse rechenintensive Aufgaben. Durch den Wegfall der Taskleiste mit dem Start-Knopf kommt auf den potentiellen Nutzer mehr an Klick- und Sucharbeit für die einzelnen Programme zu. Gerade All-in-One PC’s oder Desktop PC’s mit Touchscreen sind momentan noch Nischenprodukte, dienen sie doch zur Zeit hauptsächlich für Beratung und Präsentation. In den kommenden Jahren wird es aber eine Wandlung geben, weg von der Maus und der Tastatur hin zu anderen Bedienkonzepten. Hier hat sich im Kleingeräte- und Mobilenmarkt schon einiges getan. Maus und Tastatur werden sich zwar noch einige Zeit halten, sind aber noch wie die Dinosaurier aus 2 verflossenen Dekaden.

Ein Vorteil von Windows als Universalbetriebssystem ist, daß man angefangene Aufgaben vom Desktop-PC später einfach auf dem Smartphone oder dem Tablet weiterführen kann, sofern eine gute Netzwerkinfrastruktur im heimischen Wohn- oder Arbeitszimmer vorhanden ist.

Weitere Neuerungen sind beispielsweise Windows RT (läuft auf ARM Architektur), ein eingebauter Virenschutz, ein USB 3.0 Standarttreiber für höhere Performance und der umstrittene UEFI Modus mit Secureboot. Letzteres erschwert das parallele Installieren von einem zweiten und dritten Betriebssystem, wie einem Linux oder einer älteren Windowsversion.

Vielleicht wurde Windows 8 mit Metro zu schnell auf den Markt gebracht. Warten wir ab, was die Zeit bringt. Windows 8 bringt zwar tolle Neuerungen mit sich, wirkt aber wegen der Bedienung noch unausgereift und umständlich. Man hätte sich durchaus auch etwas in der Open-Source Sparte umsehen können, wo es für Linux mehrere Bedienkonzepte gibt, beispielsweise Unity für Touchbedienung, Gnome als eine windowsartige Bedienung und XFCE für ein Bedienkonzept like MacOS. Hier kann jeder der will, sein Lieblingsdesktop installieren, man wird schon bei der Installation gefragt was man möchte. Eine nachträgliche Installation des Lieblingsdesktops ist ebenfals möglich. Linux macht dieses Modell ja schon seit Jahren vor. Muß man dem Desktop User unbedingt Metro oder einen abgespekten Arbeitstisch aufzwingen, wenn man das doch auch einfach nachinstallieren kann?

Irgendwie möchte Microsoft der Spagat zwischen Mobile und Desktop nicht so richtig gelingen. Früher kam schon der Versuch der Redmonter, ein Desktop-Betriebssystem für Smartphones herzustellen, bei dem die Eingabe auf einem berührungsempflindlichen Display mit Stift schon recht friemelig war. Jetzt probieren sie es genau umgekehrt. Jetzt soll das Universalsystem vom Smartphone eins zu eins auf den Desktop-PC übertragen werden mit umständlichen Bedienkonzepten für die Notebook und Desktopsparte unserer High-Tech Welt. Ein System, welches den Spagat zwischen stationärem Betrieb auf dem heimischen Büroschreibtisch und einem mobilem Endgerät schaffen möchte, muß schon mehr können als nur Metro und dem geneigten User die Wahl lassen, was er denn lieber nutzen möchte – Die Urzeitgiganten des Techniksteinzeitalters Maus und Tastatur oder dem neuen Überflieger – dem Touchscreen… zumindestens bis neue Bedienkonzepte erfunden und erprobt worden sind.

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