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Philip José Farmers Flusswelt

Der Flußweltzyklus Komplett

Der Flußweltzyklus Komplett

Mysteriös angehauchter Romanzyklus, welcher 2008 neu und erweitert aufgelegt wurde

Ein paar Worte zu Farmer. Er lebte von 1918 bis 2009 und war unter anderem bekannt für Erzählungen, Sci-Fi- und Abenteuerromane, in denen er immer wieder Tabus aus jener Zeit angesprochen hat. Einige Werke von ihm ergänzen bereits erschienene Klassiker oder setzen diese fort. In vielen seiner Werke nutzt er bereits Charaktere aus älteren Romanen und spielt gekonnt mit diesen. Im vorliegenden Romanzyklus hat Farmer ein paar real existierende Personen aus der Zeitgeschichte hergenommen und diese in diesem epischen Werk untergebracht.

Beispielsweise Richard Francis Burton, ein Afrikaforscher, oder Samuel L. Clemens – der Autor von Huck Finn – Cyrano Bergerac oder eben König John Ohneland. Sich selbst hat Farmer als Peter Jairus Frigate mit in diese Bücher eingebracht, als eine Art Autobiografie.

Ursprünglich war der Flußweltzyklus als eine Reihe von Novellen und Kurzgeschichten gedacht. Später veröffentlicht wurden diese in fünf Romanbänden, welche 2008 vom Piper Verlag in einer erweiterten Fassung neu aufgelegt wurden. Neben dem Hauptsrang der Geschichte, befinden sich in 4 von 5 Büchern zusätzlich noch je eine Novelle, die einige Charaktere noch ein bisschen besser darstellen oder als Kurzabenteuer in der Flußwelt spielen.

An einem langen, einen ganzen Planeten umspannenden Fluß, zehntausende bis millionen Meilen langen Fluß, werden sämtliche Menschen von der Steinzeit bis ins späte zwanzigste Jahrhundert wiedererweckt. 35 Milliarden Menschen aus allen Epochen und jemals existierenden Kulturen und Zivilisationen erwachen plötzlich nebeneinander. Im Zyklus, der eine Zeitspanne von vielleicht 30 oder 40 Jahren beschreibt, wird eine Welt dargestellt, die sich praktisch von der Steinzeit fortentwickelt, nur um später wieder ins dunbkle Chaos zu fallen.

Und beim Erwachen der Menschen an jedem Fluß fängt die Geschichte an im Band Die Flußwelt der Zeit. Es werden die Zustände beschrieben, wenn alle jemals verstorbenen Menschen zur gleichen Zeit am selben Ort (hier auf dem selben Planeten an einem Fluß erwachen. Unter ihnen Francis Burton und einige andere namhafte Personen aus Literatur und Geschichte. Nach einer Weile will der berühmte Afrikaforscher, der schon zu Lebzeiten die Quellen des Nils finden wollte, auch an die Quellen dieses Stromes aufbrechen und tut das mit ein paar anderen Leuten. Unterwegs werden sie jedoch von Hermann Göring gefangen genommen und sind gezwungen sich wieder zu befreien.

Im Buch Zwei, Auf dem Zeitstrom, dreht sich die Geschichte um Samual L. Clemens, besser bekannt als Mark Twain. Dieser verbündet sich mit seinem Rivalen John Ohneland um ein gewaltiges Flußschiff zu bauen. Doch es geht so einiges schief und Twain wird hintergangen.

Band drei, Das dunkle Muster, knüfpt wieder an den Handlungsstrang aus Teil eins an und hier erfährt man, wie es Burton und seinen Gefährten ergeht. Weiterhin bringt sich Farmer mit einigen autobiografischen elementen mit ein. Clemens hat mittlerweile ein zweites Flußschiff gebaut und will John Ohneland die Stirn bieten. Außerdem geht es hier um eine dritte Gruppe, die schon in einer weiteren Expedition mit einem Luftschff die Quellen des Flusses erreicht hat.

Im vierten Band der Romanreihe Das magische Labyrinth bringen sich ein paar Charaktere in einer gewaltigen Flußschlacht um. Burton und einige Gefährten erreichen nach einer langen Reise den Polturm an den Quellen des Flusses und müssen feststellen, daß in den Jahren ihrer Fahrt Ereignisse geschehen sind, die die Flußwelt aus dem Ruder laufen liesen. Hier erfährt der geneigte Leser auch, was es mit der Flußwelt auf sich hat.

Band fünf, Die Götter der Flußwelt, mutet anfangs an, wie ein Kriminalroman in einer fremden Welt. Doch im Laufe des Romans werden philosophische Themen erörtert und gegen Ende wird das ganze Geheimnis der Flußwelt dem Leser offenbart..

Fazit

Der Romanzyklus an sich ist ein langes Werk mit fast epischen Ausmaßen. Farmer hat sich hier als Weltenbauer betätigt und elegant Elemente aus Science-Fiction in einen Abenteuer-Roman untergebracht. Einige Schwächen weißen die Bücher durchaus auf, sie sind stellenweise langatmig und bringen zuviel Biografie mit ein, von wichtigen und unwichten Charakteren. Was ein bisschen Verwirrt, ist die Tatsache, daß Buch eins von Burton handelt und Band zwei ohne irgend eine Überleitung gleich zu der Geschichte von Markt Twain übergeht und diese auch in diesem Band zum größten Teil erzählt. So ist man ersteinmal wieder von Burton weg und muß ich im Band drei erneut wieder in diesen Charakter hineindenken. Einige Schwächen weißt auch der letzte Band auf, die Story ist ein bisschen holprig und weißt durchaus einige Bugs und Fehler auf, wirkt deswegen ein bisschen unrund. Alles in Allem sind die Bücher durchaus für Science Fiction und Abenteuerjunkies wirklich lesenswert.

Links

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